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17:45 15 Oktober 2019
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    Ein gläubiger Jude mit Kippa (Symbolbild)

    Wittenberg: Schicksal von umstrittenem „Judensau“-Relief entschieden

    © REUTERS / Alessandro Bianchi
    Politik
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    In der Stadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt) ist monatelang über das „Judensau“-Relief diskutiert worden. Nun hat der Stadtrat eine Entscheidung getroffen: Die Figur soll erhalten bleiben. Dies berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) am Donnerstag.

    Demnach sollen die Abgeordneten des Stadtrates am Mittwoch in einer Sitzung für den Verbleib des Reliefs gestimmt haben. In einem zweiseitigen Papier sollen die Fraktionen erklärt haben, die Figur zeige zwar ein antisemitisches Motiv zur Verunglimpfung von Juden, doch sei gleichzeitig ein Zeitzeugnis, das es zu bewahren gelte.

    Darüber hinaus sollen sie darauf verwiesen haben, dass sich unterhalb der 700 Jahre alten Figur eine Gedenkplatte befinde, die auf die Folgen des Judenhasses hinweise. Aus diesem Grund könne es als Mahnmal angesehen werden.

    ​Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, betonte zudem, die Gedenktafel trage nur kaum zum historischen Verständnis des antisemitischen Reliefs bei.

    Wie der MDR berichtet, hatte es in den vergangenen Monaten heftige Proteste gegen das umstrittene Relief gegeben. Der britische Theologe Richard Harvey soll im Internet über 5000 Unterschriften von Menschen gesammelt haben, die sich für eine Entfernung des Reliefs aussprachen.

    Das Sandsteinrelief stammt aus dem Jahr 1305 und zeigt einen Rabbiner, der einem Schwein unter den Schwanz schaut und Juden, die an den Zitzen der Sau trinken.

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    Tags:
    Mahnmal, Antisemitismus, Juden, Sachsen-Anhalt, Deutschland