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    Drei Gründe, warum sich EU über neue US-Sanktionen ärgert – „Washington Post“

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    Politik
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    Auf drei Gründe, warum sich die Europäer über die jüngsten US-Sanktionen gegen Russland ärgern, verweist Luke Makle, Absolvent des Davis-Zentrums für Russland- und Eurasien-Studien der Harvard University, in seinem Beitrag für die „Washington Post“.

    Erstens: Verärgert sind sie darüber, dass die USA bei den neuen Sanktionen einseitige Schritte einer Kooperation mit Europa vorgezogen haben, und befürchten, dass Washington die Europäer aus dem Prozess der Beschlussfassung ausgeschlossen habe.

    Zweitens: Den Europäern gefällt nicht, dass die USA ihre Firmen ohne ihre Zustimmung bestrafen wollen. Es gehe um Maßnahmen, die Washington gegen Unternehmen ergreifen will, die Geschäfte mit Russland machen. Die Rede sei unter anderem von Unternehmen wie Shell, Engie und OMV, die das russische Pipeline-Projekt Nord Stream 2 unterstützen wollen.

    Wie der Experte betont, sind die USA darüber besorgt, dass Europas Abhängigkeit von russischem Gas dadurch steigen würde. Die Europäer meinen jedoch, dies sei ihre Angelegenheit und nicht eine Angelegenheit der Amerikaner.

    Drittens: Die Europäer teilen nicht die US-Vorstellungen von der Energiesicherheit Europas. Die Amerikaner seien davon überzeugt, dass die Sanktionen den Europäern nutzen, weil sie die Zusammenarbeit zwischen Europa und Russland im Gasbereich behindern.

    Dort, wo die USA eine Bedrohung sehen, sehe Europa eine preiswerte und zuverlässige Energiequelle.

    Mit ihren neuen Sanktionen würden die USA Brüssel noch stärker verunsichern, denn die US-Politiker begreifen nicht, was für den europäischen Markt wirklich wichtig ist, meint der Autor.

    „Wenn Russland wirklich eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und der EU will, sollte es sich am besten einfach zur Seite stellen und warten“, schlussfolgert der Experte.

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    Tags:
    Streit, Sanktionen, Nord Stream 2, Washington Post, OMV, Engie, Shell, EU, Europa, USA, Russland