02:08 23 November 2019
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    US-Soldat im Kampf gegen Extremisten im Irak (Archivbild)

    Bagdad muss weiterhin US-Militärpräsenz in Kauf nehmen – irakischer Experte

    © AFP 2019 / Olivier Laban-Mattei
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    Laut Brigadegeneral Yahya Rasul, Vertreter der Führung der Gemeinsamen Operationen im Irak, wird jetzt nur die Hälfte der Altstadt von Mossul von Extremisten kontrolliert.

    In einem Interview für Sputnik Arabic sagte der General: „In der Stadt sind nur noch mehrere Dutzend Extremisten zurückgeblieben, von denen die meisten ausländische Bürger sind. Die Terroristen befinden sich in einer sehr schweren Lage und sind komplett umzingelt, und ihr baldiger Sturz ist nicht zu bezweifeln.“

    Die Armee habe die Extremisten noch nicht endgültig vernichtet, weil sie alle laut vorliegenden Angaben Selbstmordgürtel tragen, so Yahya Rasul. „Die irakischen Kräfte handeln höchst vorsichtig, um Zivilisten keiner zusätzlichen Gefahr auszusetzen.“

    Auch nach der Befreiung von Mossul werde der Krieg gegen den Terrorismus weitergeführt, weil die Terroristen immer noch Stellungen in mehreren irakischen Provinzen, so beispielsweise im Westen der Provinz Anbar und in der Umgebung der Stadt Tel-Affar, einnehmen.

    Nach Auffassung von Raid al-Azawi, Dozent für Internationale Beziehungen an der Amerikanischen Universität, wird der Irak nach der Befreiung Mossuls vom Daesh weiterhin die Präsenz US-amerikanischer Kräfte im Land brauchen. Die Krise mit dem Terrorismus sei durch die Invasion der USA im Jahr 2003 provoziert worden, worauf die irakische Armee keinen Widerstand gegen die Extremisten habe leisten können.

    „Ich rufe nicht dazu auf, unsere Territorien von den USA okkupieren zu lassen, aber man muss sich dessen bewusst sein, dass die irakische Armee jetzt nur unzureichende Möglichkeiten für einen vollständigen Sieg über den Terrorismus hat“, so Al-Azawi.

    Außerdem brauche Bagdad jetzt Hilfe, denn im Land gebe es immer noch keine echte einheitliche Armee, auf die man sich im Falle innerer oder äußerer Gefahren verlassen könnte, sagte er.

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    Tags:
    Militärpräsenz, Terrormiliz Daesh, Yahya Rasul az-Zubaidi, Mossul, Irak