04:49 21 November 2019
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    Gasattacke in Syrien

    Damaskus: „Beweise“ für Giftgaseinsatz basieren auf Terroristen-Angaben

    © REUTERS / Ammar Abdullah
    Politik
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    Der Bericht der Kontroll-Organisation OPCW, wonach im syrischen Chan Scheichun der Kampfstoff Sarin eingesetzt wurde, beruht auf Informationen von Terroristen. Dies teilte das syrische Außenministerium in einer Erklärung am Samstag mit.

    Zuvor hatte die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) einen Bericht veröffentlicht, der beweisen soll, dass am 4. April 2017 im syrischen Khan Scheichun tatsächlich Chemiewaffen eingesetzt worden waren. Dabei beriefen sich die Experten auf Boden- und Gewebeproben, die ihnen aus dritter Hand zur Verfügung gestellt wurden – sie selbst sind aber eigenen Angaben zufolge nicht am Ort des Geschehens gewesen.

    Obwohl die Organisation betonte, dass es nicht die Aufgabe des OPCW sei, Täter zu finden, steht nun für viele Spitzenpolitiker und Behörden der Welt plötzlich fest, dass die Schuld der Assad-Regierung bewiesen sei. So schrieb das US-Außenministerium in einer Erklärung, dass die im Bericht  erwähnten Tatsachen die niederträchtige und höchst gefährliche Praxis des Chemiewaffeneinsatzes durch das Regime von Assad widerspiegeln würden.

    In einer Erklärung kontert das syrische Außenamt dem wie folgt: „Die Fakten der Organisation (OPCW, Anm. d. Red) basieren auf Angaben von Terroristen in der Türkei“, heißt es in der Erklärung. Schon allein diese Tatsache lasse keinen Zweifel daran, dass der Bericht auf Lügen basiere.  Die Zeugen, die aus Chan Scheichun in die Türkei eingeladen worden seien, hätten im Auftrag gewisser Personen nur für „die Türkei und deren terroristische Verbündete günstige Zeugenaussagen“ geäußert, so das syrische Außenamt.

    Am 4. April 2017 hatte es einen Giftgas-Angriff in der syrischen Provinz Idlib gegeben. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte kamen dabei insgesamt 86 Menschen ums Leben.

    Die USA gaben daraufhin der syrischen Regierung die Schuld für die Attacke und griffen als Vergeltung den syrischen Luftstützpunkt Schairat mit Tomohawk-Raketen an. Der Luftangriff wurde von US-Präsident Donald Trump persönlich befohlen.

    Am vergangenen Dienstag erklärte das Weiße Haus, es verfüge über Informationen, dass Assad einen neuen Angriff vorbereite. Washington drohte dabei, Assad und seine Militärs würden einen „hohen Preis“ zahlen, sollte es wirklich zu einem Giftgas-Angriff kommen.

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    Tags:
    OPCW, Khan Sheikhoun, Syrien