21:34 20 Januar 2020
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    G20-Gipfel in Hamburg (123)
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    Der G20-Gipfel in Hamburg steht kurz bevor. Dr. Stefan Meister, Experte für Wirtschafts- und Sicherheitspolitik bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), erläuterte im Sputnik-Gespräch, warum sich die anstehenden Verhandlungen schwierig gestalten werden und mit konkreten Ergebnissen kaum zu rechnen ist.

    Globaler Handel und Klimaschutz sind demnach zwei Themen, auf die der Fokus beim kommenden G20-Gipfel gelegt wird. Meister zufolge werden die diesbezüglichen Verhandlungen ein äußerst schwieriges Unterfangen sein. Der Grund: US-Präsident Donald Trump.

    „Ich glaube, dass es schwierig wird, weil Herr Trump kommt, und man nicht genau weiß, was für eine Agenda er hat. Er ist gegen Freihandel und gegen Klimaschutz. Man kann nicht sagen, wo er destruktiv sein kann, es wird also schwierige Diskussionen geben. Und wir werden sehen, ob es ein gemeinsames Statement am Ende gibt, selbst das steht in Frage“, sagte der Leiter des Robert-Bosch-Zentrums für Mittel- und Osteuropa, Russland und Zentralasien gegenüber Sputnik.

    Das Weiße Haus hatte kürzlich bekannt gegeben, dass sich US-Präsident Donald Trump und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin am Rande des Gipfels treffen werden.

    „Das Verhältnis Russland-USA ist im Moment durch die innenpolitischen Diskussionen in den USA vergiftet. Es wird ein sehr schwieriges Treffen sein. Aber es ist extrem wichtig, dass sich die beiden Politiker treffen“, kommentierte der Experte.

    Ihm zufolge wird es dem US-Präsidenten nicht gelingen, eine positive Message zu senden. Aus diesem Grunde werde es beim Treffen der beiden Staatschefs zu keinen konkreten Resultaten auf dem Gipfel kommen, prognostizierte Meister. Auch die neuen antirussischen US-Sanktionen im Energiebereich wirkten sich negativ aus.

    „Die Sanktionen sind nicht endgültig verabschiedet, die Diskussion ist nicht beendet. Es kann passieren, dass es zu einer Erschwerung in der Energiebeziehung kommen wird. Nord Stream 2  ist ein zentrales Projekt, auf das diese Sanktionen abzielen. Das kann vor allem die amerikanisch-europäische Beziehung und den innereuropäischen Dialog vergiften. Denn nicht alle EU-Länder sind gegen diese Sanktionen, und es wird zu Konflikten in der EU führen“, resümierte der Experte.

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    Interview, G20-Gipfel in Hamburg, Donald Trump, Deutschland, USA, Russland