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06:55 23 September 2019
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    Eine Frau in der katarischen Hauptstadt Doha

    Provoziert Verschärfung von Katar-Sanktionen militärischen Konflikt?

    © AP Photo / Kamran Jebreili
    Politik
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    Am heutigen Abend läuft das Ultimatum gegen Katar ab, das mehrere von Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückweisen, ist jedoch zu Verhandlungen mit seinen Nachbarn bereit.

    Dies könnte ägyptischen Experten zufolge zu Sanktionsverschärfungen führen. Es gäbe jedoch keine Gefahr, dass der diplomatische Konflikt in einen Militärkonflikt münden wird.

    „Es geht nicht um militärische Varianten der Entwicklung der Ereignisse“, sagte der frühere Mitarbeiter des ägyptischen Außenministeriums und Experte für internationale Beziehungen, Reda Shehata.

    „Der Ball ist nun nicht auf der Seite des katarischen Staates, sondern der regierenden Familie, deren Politik nicht nur die nationale Sicherheit der arabischen Staaten gefährdet, sondern auch die des katarischen Volkes und der gesamten Region am Persischen Golf“.

    Die Region sei von einer Einmischung des Iran und der Türkei bedroht, „als ob die Epoche der osmanischen oder persischen Dominanz zurück ist“.

    Es gäbe keine Belagerung von Katar, sagte der frühere Chef des Forschungszentrums der Militärakademie von Gamal Abdel Nasser, General Gamal Mazlum. „Es gibt nur einen politischen und diplomatischen Boykott, sowie Sanktionen, die wegen der Unterstützung des Terrorismus in der Region verhängt wurden.“ „Man darf nicht mehr als Wirtschaftssanktionen erwarten, umso mehr, weil es keine militärischen Ddrohungen gegenüber Doha gegeben hat“, so Mazlum.

    Was die Verlegung von türkischen Soldaten nach Katar betrifft, sei das dem Experten zufolge höchstwahrscheinlich erforderlich, um das Regime in Katar vor einem Staatsstreich zu schützen.

    Um den Konflikt mit seinen Nachbarn zu regeln, wird Doha wohl weiter Großmächte wie die USA sowie seine Wirtschaftspartner anlocken, meint Reda Shehata. Doch die Großmächte würden sich nicht in den Konflikt einmischen und Partei ergreifen. Sie würden sich mit Aufrufen zu einem politischen Dialog und einer friedlichen Konfliktlösung zufriedengeben. Der Konflikt werde in den USA nicht als eine ernsthafte Bedrohung für ihre Wirtschaftsinteressen in der Region wahrgenommen.

    Die vier Regionalmächte haben Katar 13 Bedingungen für ein Ende des Boykotts gestellt. Die Frist für ihre Erfüllung läuft am Sonntag aus. Laut dem katarischen Außenministerium richten sich die Forderungen vor allem darauf, das Emirat unter Kontrolle zu bringen, und widersprechen dem internationalen Recht.

    Am 5. Juni hatten Ägypten, Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Libyen sowie Jemen, die Malediven und Mauritius die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, den Flug- und Schiffsverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen. Sie warfen dem Emirat „Unterstützung des Terrorismus“ und „Destabilisierung der Lage im Nahen Osten“ vor.

     

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    Tags:
    Ultimatum, Konflikt, Boykott, Sanktionen, Vereinigte Arabische Emirate (VAE), Persischer Golf, Bahrain, Ägypten, Katar, Saudi-Arabien