23:10 14 Juli 2020
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    Mit der Entwicklung ihres Militär-Industriekomplexes will die Türkei ihren Status im Nato-System erhöhen, wie der Direktor des Forschungszentrums für die heutige Türkei, Amur Gadschiew, sagte.

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beim Stapellauf der Korvette „Kınalıada“ in der Tuzla-Werft
    © AP Photo / Presidency Press Service via AP, Pool
    Am Montag hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, dass Ankara die Verteidigungsindustrie im Bereich Schiffsbau entwickeln wolle. Das Ziel sei es, die Abhängigkeit von westlichen Partnern zu beseitigen.

    „Das alles zeigt, wie wir uns gegen Bedrohungen in der Region, in der sich auch unser Land befindet, wappnen… Wir werden auch einen eigenen Flugzeugträger bauen. Wir sind fest dazu entschlossen und ich habe keinen Zweifel daran“, zitiert der TV-Sender TRT Erdogan.

    „Zuerst ist die leichte Waffe aus Eigenproduktion erschienen, danach Panzer und Drohnen. Und jetzt hat sich die Türkei auf ein ganz neues Niveau begeben. Damit versucht die Türkei, sich vom Nato-Druck zu befreien. Um dieses Ziel zu erreichen, wird sich Ankara auf interne Ressourcen stützen und mehr Aufmerksamkeit der Intensivierung einer Zusammenarbeit mit Ländern, die keine Nato-Mitglieder sind, vor allem mit Russland, widmen“, so der Experte.

    Die Türkei wolle ein autonomes System der nationalen Verteidigung entwickeln, selbstständig Entscheidungen treffen und ihren Status im System der Nato erhöhen, wobei sie ihre Interessen und den Gewinn berücksichtige.

    Ankara will dem Experten zufolge kein Vorposten der Allianz in der Region oder kein Beschützer der EU vor der nahöstlichen Instabilität sein.

    „Ankara will mit dem Westen gleichwertig sein“, so Gadschiew abschließend.

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    Tags:
    Flugzeugträger, Schiffe, Verteidigung, NATO, Recep Tayyip Erdogan, Europäische Union, Russland, Westen, Türkei