03:09 24 April 2018
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    Der fünfjährige Omran Daqneesh wird zur Ikone des Syrien-Krieges

    Geschichte des Jungen von Aleppo: Moskau fordert von CNN Dementi

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    Politik
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    Ein Jahr nach einer CNN-Sendung über den fünfjährigen Omran Daqneesh aus der umkämpften syrischen Stadt Aleppo will das russische Außenministerium es nicht dabei belassen und fordert von dem US-Fernsehsender unmissverständlich ein Dementi.

    Moskau erwarte, dass der Sender CNN sein Unrecht zugebe und eine dementierende Reportage herausbringe, sagte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Donnerstag in Moskau.

    „Wir erwarten von CNN weiter eine Reaktion (…). Wir werden dieses Thema nicht loslassen“, so Sacharowa. Ihr zufolge soll der US-Sender seinen Fehler öffentlich gestehen. „Dass der Sender bisher keine klare Antwort gegeben hat, bringt auf den Gedanken, dass die CNN-Journalisten die Realität bewusst verdreht haben.“

    Im August vergangenen Jahres hatte ein Video mit dem kleinen Omran Daqneesh, der nach einem Luftangriff auf die umkämpfte nordsyrische Stadt Aleppo blutverschmiert aus den Trümmern gerettet wurde, weltweit für Entsetzen gesorgt.

    Westliche Medien machten Russland für den Luftschlag verantwortlich. Das russische Militär bestritt Angriffe in dieser Gegend. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, erklärte, warum die Schäden an dem Gebäude, das auf dem Video mit dem kleinen Omran zu sehen ist, unmöglich von einer Fliegerbombe hätten stammen können, sondern eher von einer Mine oder Gasbombe, wie sie von den Terroristen wiederholt verwendet werden.

    Dennoch zeigte CNN-Moderatorin Christiane Amanpour während eines Interviews mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow Ende 2016 ein Foto des fünfjährigen Omran, der, mit Blut und Staub bedeckt, regungslos in einem Rettungswagen sitzt und mit leblosem Blick ins Leere starrt. „Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagte die Journalistin damals.

    Nach Sacharowas Einschätzung beging CNN damit einen „schweren Betrug“ und eine „Manipulation des Massenbewusstseins“. In der vergangenen Woche hatte die russische Außenamtssprecherin von dem Sender bereits eine Richtigstellung gefordert.

    Zuvor hatte auch Muhammad Daqneesh, der Vater des Jungen von Aleppo, beklagt, dass das Leid seines Sohnes, dessen Foto um die Welt ging, missbraucht worden sei, um die Regierung in Damaskus schlechtzureden. So sei sein Sohn entgegen den Berichten nur leicht verletzt worden, die Rebellen aber hätten maßlos übertrieben. Er selbst stehe zur Regierung von Baschar al-Assad; doch sein Sohn sei gegen das syrische Regime instrumentalisiert worden.

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    Tags:
    CNN, Syrien, Russland