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02:24 21 Juli 2019
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    G20-Gastgeber: die Hansestadt Hamburg

    Drei politische Rätsel zum G20-Gipfel

    © AP Photo / Michael Probst
    Politik
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    G20-Gipfel in Hamburg (123)
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    Im Rahmen und im Vorfeld des G20-Gipfels in Hamburg sollen mehrere Gespräche stattfinden, die die Beziehungen zwischen Europa, Russland und den USA beeinflussen könnten. Über mögliche Auswirkungen wird vorerst gerätselt.

    Putin und Trump

    Das für den 7. Juli angesetzte Gespräch von Wladimir Putin und Donald Trump wird wohl das zentrale Ereignis des G20-Gipfels sein, prognostiziert die russische Onlinezeitung vz.ru in ihrem Kommentar. Sie schreibt, auf dem Weg zu diesem Gespräch sei künstlich eine Vielzahl an Hürden aufgestellt worden: „Die Globalisten in der US-Elite tun alles, um die Handlungsfreiheit von Trump bei diesem Treffen möglichst einzuschränken.“

    „Ursprünglich hatte Trump noch vor seinem Amtsantritt mit Putin zusammentreffen wollen. Dann zog er während seiner ersten Monate im Weißen Haus ein solches Treffen in Erwägung, musste jedoch darauf verzichten, denn er erlebte eine totale Medien- und Politik-Attacke – wegen seiner sogenannten Russland-Verbindungen und wegen jener angeblichen russischen Eingriffe in die US-Präsidentschaftswahl, die nichts anderes waren als eine Kampagne zur Desinformierung der öffentlichen Meinung in den USA“, so der Kommentar.

    „Diese Kampagne verfolgt sowohl innen- als auch außenpolitische Ziele – sie soll das Vorgehen der Administration Trump in Amerika blockieren und sie daran hindern, die Beziehungen zu Russland auf internationaler Ebene zu verändern. Putin und Trump machen kraft ihrer Ansichten eine Bedrohung für die atlantische Weltordnung, die Weltelite und die Globalisierungspläne aus“, heißt es in dem Kommentar weiter.

    Laut vz.ru befürchten die Eliten, dass die beiden Präsidenten eine Kooperation oder zumindest eine Koordination vereinbaren: „Das will man verhindern – doch es ist nicht möglich, den G20-Gipfel in Hamburg abzusagen.“

    Trump und Merkel

    Beobachter sind auch darauf gespannt, wie Trump seine künftige Kooperation mit Angela Merkel gestalten will. Derzeit sind die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA nicht gerade die besten, stellt der russische Auslandsexperte Dmitri Ofizerow-Belski in einem Gespräch mit Sputnik fest.

    „Jedes der beiden Länder ist daran interessiert, diese Beziehungen zu normalisieren – aber zu seinen eigenen Bedingungen. Es gab einen missglückten Versuch, eine gemeinsame Sprache zu finden. Jener Misserfolg wurde mit späteren Erklärungen getarnt, wonach Journalisten und Beobachter alles falsch interpretiert hätten und die Beziehungen in Wirklichkeit sehr gut seien. Trotzdem wollen die beiden Länder ihre Beziehungen verbessern. Schließlich enthält die transatlantische Agenda viele Fragen. So wurde etwa lange an der Idee einer transatlantischen Freihandelszone gearbeitet. Es ist allerdings offensichtlich, dass diese Idee im Moment sehr schwer umzusetzen wäre“, so der russische Experte.

    Merkel, Macron – und wiederum Putin

    Aufsehen erregt auch der aktuelle Stand des deutsch-französischen Verhältnisses – und seine Bedeutung für die gesamteuropäische Politik, darunter auch gegenüber Russland. Präsident Emmanuel Macron plädiert für eine „Allianz des Vertrauens“ mit Deutschland. „Ich wünschte mir, wir würden zum Geist der Kooperation zurückkehren, wie er einst zwischen François Mitterrand und Helmut Kohl herrschte“, so Macron Ende Juni. Andernfalls drohe der EU der Zerfall, sagte er damals laut heute.de.

    Nun wollen Macron und Merkel im Laufe des G20-Gipfels gemeinsam ein Gespräch mit Putin führen, und zwar im Hinblick auf die Ukraine. Noch vor dem jüngsten EU-Gipfel war angekündigt worden, dass der französische Präsident und die deutsche Kanzlerin eine gemeinsame Linie zur Ukraine-Krise vortragen wollen. Diese Krise hatte zuvor die EU veranlasst, Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Der Westen wirft Russland vor, die Krim illegal annektiert zu haben und die Separatisten im Osten der Ukraine militärisch zu unterstützen. Der Kreml weist die Vorwürfe zurück.

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