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06:11 22 September 2019
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    Premierminister von Indien Narendra Modi (L) und Präsident von China Xi Jinping (R) (Archivbild)

    „Unpassende Atmosphäre“: Xi Jinping und Narendra Modi sagen Treffen ab - FT

    © AP Photo / Manish Swarup
    Politik
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    Die Staats- und Regierungsoberhäupter Chinas und Indiens werden sich nicht am Rande des G20-Gipfels treffen – die Versuche der Staatschefs beider Länder, die Spannungen in den Beziehungen zu überwinden, sind wegen „Zusammenstößen“ der Streitkräfte an der indisch-chinesischen Grenze gescheitert, wie die „Financial Times“ schreibt.

    Indiens Premier Narendra Modi und der chinesische Staatschef Xi Jinping hätten sich am Rande des G20-Gipfels in Hamburg erstmals seit Beginn der „Zusammenstöße“ an der indisch-chinesischen Grenze treffen können. Doch die Staatschefs beider Länder weigerten sich, zu einem Vier-Augen-Gespräch zusammenzukommen.

    Wie Peking mitteilte, sei ein solches Treffen wegen unpassender Atmosphäre nicht möglich.

    Zuvor hatten Narendra Modi und Xi Jinping versucht, die historischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Ländern zu beenden, entsprechende Initiativen scheiterten jedoch. 

    Laut indischen Experten hängt es mit der Politik Chinas in Südasien zusammen, die in Neu-Delhi auf Argwohn stößt. Ihnen zufolge zeigte Indien China zwischen 2014 und 2017 großes Entgegenkommen, als es China Zugang zu seinem Markt gewährte und die Visaregeln lockerte. Im Gegenzug wollte Indien mehr strategischen Raum in Südostasien für sich, doch die Chinesen stellten sich quer.

    Zudem ist Neu-Delhi über die Entwicklung des chinesischen Projekts „Ein Gürtel, ein Weg“ besorgt, das unter anderem den Bau von Straßen vorsieht, die oft nahe der indischen Grenze sowie durch umstrittene Gebiete verlaufen. Laut Indien hat dieses Projekt nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine militärische Bedeutung und könnte zur „Einkesselung“ Indiens führen.

    Der jetzige Konflikt brach am 16. Juni aus, als chinesische Militärs, die sich mit Straßenbau befassen, in Gebiete einrückten, die Bhutan als seine eigenen betrachtet. Bhutan bat daraufhin seinen Nachbarn und engsten Verbündeten Indien um Hilfe, das Truppen entsandte, um China Widerstand zu leisten. Als Antwort verwehrte China indischen Pilgern den Zutritt zum heiligen Berg Kailash.

    Nach der Ankunft der indischen Truppen kam es immer wieder zu „Zusammenstößen“ mit dem chinesischen Militär, wobei jedoch weder mit Waffen, noch mit Armen oder Beinen gekämpft wurde,  denn der Gegenüber  wurde einfach mit der Brust zurückgedrängt. Die Streitkräfte beider Länder greifen oft zu solchen Methoden, um einen bewaffneten Konflikt zu vermeiden.

    Chinesische Soldaten hinderten Indien im Herbst am Bau eines Kanals im umstrittenen Gebiet. Zudem nahmen chinesische Militärs im Frühjahr erstmals an einer Militärparade in Pakistan teil, zu dem Indien traditionell sehr angespannte Beziehungen hat.

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    Tags:
    Absage, G20-Gipfel in Hamburg, Treffen, Xi Jinping, Narendra Modi, China, Indien