21:37 17 Juli 2018
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    Angela Merkel spricht mit Polizisten, die während G20-Gipfels in Hamburg eingesetzt waren

    Schlachtfeld Hamburg: Warum kommt Merkel mit Antiglobalisten nicht zurecht

    © REUTERS / Pool/Jens Buettner
    Politik
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    G20-Gipfel in Hamburg (123)
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    Die Bewegung des Antiglobalismus in Europa hat recht viele netzgebundene Filialen. Diese sind dezentralisiert und werden über soziale Netzwerke geleitet, die nur noch schwer unter Kontrolle gebracht werden können. Das geht aus einem auf dem Portal rueconomics.ru veröffentlichten Artikel hervor.

    Zum G20-Gipfel im deutschen Hamburg sind nicht nur höchst einflussreiche Politiker der Welt, sondern auch Tausende von Protestierenden gekommen, die durch die antiglobalistische Idee vereint sind. Am Vortag des Gipfeltreffens starteten die Protestierenden umfassende Protestaktionen in verschiedenen Stadtteilen, die schon zur Nachtzeit in ersten Zusammenstöße mit Polizisten ausarteten. Letztere waren nicht vorbereitet auf ein so gut koordiniertes Handeln und mussten empfindliche Verluste hinnehmen. Nach dem jetzigen Stand sind rund 200 Polizisten durch das Vorgehen der Protestierenden zu Schaden gekommen.

    „Die Bewegung des extrem linken Antiglobalismus in Europa blickt auf eine recht lange Geschichte zurück. Man sollte nicht vergessen, dass derartige Exzesse jedes Mal stattfinden, wenn G7- und G20-Sitzungen sowie verschiedene Treffen auf der IWF-Ebene abgehalten werden“, sagt Alexander Kamkin, führender wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zentrums für Deutschlandstudien des russischen Europa-Instituts. „Die Ideologie dieser Bewegung stellt eine scharf ausgeprägte  Erscheinungsform des Individualismus, einen klassischen Anarchismus dar – jetzt aber bei technologischen Realien des 21. Jahrhunderts.“

    Gerade in Deutschland sei die Bewegung der extrem Linken besonders stark. "Sie genießen eine geheime Unterstützung durch den Staat und die Gewerkschaften, darunter eine finanzielle, und werden dann bei verschiedenen Manifestationen zum Widerstand gegen extrem rechte Gruppierungen genutzt“, kommentiert der Experte.

    Diese Bewegung ist in Europa weit verbreitet und hat viele netzgebundene Filialen, die über soziale Netzwerke geleitet werden. Bis zu 100.000 extreme Linke aus Spanien, Griechenland, Osteuropa und anderen europäischen Ländern hatten vor, zum G20-Gipfel nach Hamburg zu kommen.

    Trotz der Tatsache, dass die deutschen Polizisten noch vor Beginn der Protestaktionen vor der Ankunft von Aktivisten aus ganz Europa gewarnt worden waren, sind sie auf ihr aktives Handeln nicht gefasst gewesen, so der Experte.

    Die Protestierenden – 10.000 bis 12.000 an der Zahl – werfen Molotov-Cocktails, Petarden, Steine und Mauerziegel auf die Polizei. Die Aktion selbst steht unter dem Motto „Willkommen in der Hölle“.

    „Die deutschen Polizisten sind hier nicht zu beneiden, denn sie sind an die Kippe des Konflikts geraten. Was die Reaktion der Behörden Deutschlands angeht, so werden wir kaum laute Worte von Kanzlerin Angela Merkel zu hören bekommen. Höchstwahrscheinlich wird sie die Gewalt öffentlich kritisieren, aber bisher ist keine solche Äußerung aus ihrem Mund geklungen", resümiert Kamkin.

    "Ich nehme an, dass die Politiker mit globaleren Dingen beschäftigt sind. Denn nicht nur die Medienlandschaft, sondern auch die Gemüter aller europäischen Politiker und ihre Zeit sind jetzt mit dem ersten Treffen solcher politischen Schwergewichte wie Putin und Trump gefüllt.“

    Themen:
    G20-Gipfel in Hamburg (123)
    Tags:
    Anarchismus, Antiglobalismus, Radikale, Krawalle, Angela Merkel, Deutschland
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