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    US-Außenminister Rex Tillerson und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko am 9. Juli 2017

    "Tillerson bringt nach Kiew Trump-Absprachen mit Putin"

    © REUTERS / Mykola Lazarenko/Pool
    Politik
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    US-Außenminister Rex Tillerson ist am Sonntag in Kiew eingetroffen. Im Vorfeld seiner Reise hatten hochrangige Beamte in Washington erklärt, dass er dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko seine Sicht auf den Ukraine-Konflikt mitteilen und mehr Informationen zu dem Thema sammeln will. Dies teilt das Portal „rueconomics.ru“ mit.

    Aus Sicht des Mitarbeiters des russischen Instituts für die USA und Kanada Wladimir Wasiljew könnte das Gespräch zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem US-Amtskollegen Donald Trump die Amerikaner zu einem Umdenken bewegt haben: „Nach dem Gespräch zwischen Trump und Putin haben die USA Kurs auf eine allmähliche Deeskalation des Konflikts im Südosten der Ukraine genommen.“

    Allem Anschein nach wollen die USA dem Politologen zufolge dazu beitragen, dass die sogenannte „Getreide-Waffenruhe“ auch weiter eingehalten wird, zumindest bis zum Jahresende.

    Mehr zum Thema >>> Putin: Russophobie ist einzige Ware, mit der Ukraine handelt

    Tillerson werde zudem versuchen, Kiew klar zu machen, dass der militärische Teil der Operation im Donbass beendet und die Minsker Abkommen umgesetzt werden müssen.

    „Meiner Meinung nach brauchen die Amerikaner den militärischen Teil nicht mehr“, so Wasiljew weiter.

    Ein weiterer Punkt auf der Agenda werde mit der Wirtschaft verbunden sein: „Jetzt, wo Washington seine Hilfsprogramme (…) aktiv kürzt, ist es ihm sehr wichtig, Kiew deutlich zu machen, dass es sich um Reformen und alternative Wege zur Gewährleistung eines Wirtschaftswachstums bemühen soll.“

    Heikle Lage für Ukraine

    Noch im April hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) zwei wichtigste Richtungen seiner Arbeit in der Ukraine festgelegt. Erstens sei das der Kampf gegen die Korruption. Zweitens die Umsetzung der Rentenreform.

    Diese beiden Richtungen versetzten Kiew laut dem Politologen in eine heikle Lage: Denn gerade der Krieg und die „russische Aggression“ seien heute die einzige Bedingung für das Fortbestehen des Kiewer Regimes. 

    „Wenn Kiew tatsächlich beginnt, seine militärische Präsenz im Donbass zu beenden, könnte dies die Lage innerhalb des Landes drastisch zuspitzen, weil radikale Kräfte hingegen ein aktiveres Vorgehen des Militärs im Donbass fordern“, so Wasiljew weiter.

    Das Unangenehmste für die Ukraine sei dabei, dass Tillerson gerade nach dem Treffen zwischen Putin und Trump angereist sei. Es sei nicht auszuschließen, dass im Laufe des mehr als zweistündigen Gesprächs zwischen Putin und Trump grundlegende Vereinbarungen getroffen worden seien, mit denen Kiew nun vertraut gemacht werden solle.

     

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    Tags:
    Treffen, Rex Tillerson, Donald Trump, Petro Poroschenko, Wladimir Putin, Kiew, USA, Russland, Ukraine