06:05 08 August 2020
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    US-Präsident Donald Trump hat am Vorabend des G20-Gipfeltreffens in Hamburg die polnische Hauptstadt Warschau besucht. Der ehemalige Premierminister Polens, Leszek Miller, hat gegenüber Sputnik die Rede des amerikanischen Staatschefs kommentiert.

    „Es war eine sehr schöne Rede über Polen, die polnische Geschichte, bei der auch die polnische Einmaligkeit betont wurde“, so Miller. Trump habe auch der Beschreibung der mit dem islamischen Terrorismus verbundenen Bedrohungen viel Zeit gewidmet, die unsere Zivilisation gefährdeten.

    „Es gab keine Kritik an der EU, Berlin und Paris. Zudem hat Trump auf die polnischen Bemühungen bei der Nato, darunter auch die finanzielle Komponente, verwiesen“, so der polnische Ex-Premierminister weiter.

    Der Politiker betonte dabei, dass Trump bei seiner Rede „Russland zur Teilnahme an der von den USA angeführten Anti-Terror-Koalition eingeladen hat“. „Es gab keine scharfe Kritik an Russland. Präsident Trump hat offenbar solche Kritik vermieden.“

    Donald Trump habe auf der Pressekonferenz mit dem polnischen Präsidenten gesagt, dass keine Militärgarantien für Warschaus Sicherheit besprochen wurden. Er habe nur erwähnt, dass in Polen 5000 US-Soldaten stationiert seien, und versprochen, dass die USA und Polen weiter zusammenarbeiten würden.

    Im Vorfeld des Warschau-Besuchs des US-Präsidenten hatte die Zeitung „Gazeta Wyborcza“ ein Interview mit der US-Publizistin Anne Applebaum veröffentlicht. Sie sagte, dass „Polen in seinen Beziehungen mit Trumps Amerika vorsichtig sein soll. Das ist ein Präsident (Trump – Anm. d. Red.), der lügt und sich nicht an Verabredungen hält.“

    Miller sagte dazu: „Man sollte sich daran erinnern, dass es sowohl in den USA als auch in Polen Gruppen von entschiedenen Gegners des Präsidenten Donald Trump gibt. In den USA hat Trump eine große Opposition, darunter auch in den Medien. In Polen gibt es auch viele Menschen, die sich beleidigt fühlen, weil nicht Hillary Clinton, sondern Donald Trump US-Präsident geworden ist. Ohne Zweifel gehört Frau Applebaum zur Gruppe dieser Beleidigten.“ Er fügte hinzu: „Ich meine, dass man einen Staatschef so nicht begrüßen darf. Es ist nicht wichtig, welches Land er vertritt.“

    Abschließend sagte der ehemalige Premierminister Polens: „Es war absehbar, dass Trump keine Konflikte mit Westeuropa, der Nato und Russland will. Er schließt weder Türen noch Fenster.“

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    Tags:
    Kritik, Konflikt, Beziehungen, NATO, Donald Trump, Russland, Europäische Union, Warschau, Polen, USA