08:08 20 August 2017
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    Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump (Archivbild)

    Experte: Putin und Trump wie Freunde – Gefahr durch „vergiftete US-Innenpolitik“

    © AP Photo/ Evan Vucci
    Politik
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    Die Begegnung der beiden Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump in Hamburg ist ein Zeichen für bessere Beziehungen zwischen Russland und den USA, meint der Moskauer Politologe Nikolaj Platoschkin. Er sieht Chancen für gemeinsames Vorgehen in Konflikten wie in Syrien oder gegen den Terror. Die US-Innenpolitik bezeichnet er als „vergiftet“.

    Die mögliche Zusammenarbeit der USA und Russlands bei den Konflikten in Syrien und der Ukraine könne niemandem schaden. Das sagte der Moskauer Politikwissenschaftler und Ex-Diplomat Nikolai Platoschkin im Interview mit Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin. „Das können nur nicht diejenigen kapieren, die die Wahlen in den Vereinigten Staaten verloren haben und die sich damit nicht abfinden können“, kommentierte der Politologe fortgesetzte Angriffe in den USA gegen US-Präsident Donald Trump. „Trump und Putin erwiesen sich bei G20 in Hamburg als Freunde.“

    Das Problem liegt für Platoschkin in der Innenpolitik der Vereinigten Staaten:

    „Trump wird jetzt wiedermal unter Druck gesetzt, er habe mit Putin gesprochen, er habe dies nicht angesprochen und das angesprochen. Die total vergiftete US-Innenpolitik steht nach wie vor besseren russisch-amerikanischen Beziehungen im Wege.“

    Der Experte meint seit längerem, dass die beiden Staatsmänner sehr gut miteinander auskommen könnten und gewissermaßen die Chemie zwischen beiden stimme. Das habe sich unter anderem daran gezeigt, als US-First Lady Melania Trump ihren Ehemann nicht aus dem Gespräch mit Russlands Präsident Wladimir Putin rausholen konnte. „Es war wirklich der Gipfel!“

    Gemeinsames Handeln im Südwesten Syriens vereinbart

    Putin und Trump hatten sich Berichten zufolge in Hamburg auf Sicherheitszonen in Syrien geeinigt. Damit hätten sich die Vereinigten Staaten de facto dem Prozess der Syrien-Regelung in Astana angeschlossen, wo gerade die anderen Deeskalationszonen vereinbart würden, sagte der Ex-Diplomat. Er machte darauf aufmerksam, dass die Waffenruhe von der russischen Militärpolizei bewacht werden solle. Das zeuge von einem gewachsenen Vertrauen in den Beziehungen zwischen Washington und Moskau.

    „Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Denn wir haben dort einen gemeinsamen Feind. Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion hatten vorzüglich im Zweiten Weltkrieg gegen einen gemeinsamen Feind zusammengearbeitet. Jetzt geht es um einen neuen Weltkrieg gegen den internationalen Terrorismus. Und da können die Vereinigten Staaten und Russland genauso erfolgreich gemeinsam kämpfen.“

    Der Ex-Diplomat betonte, dass Baschar al-Assad Syriens Präsident bleibt. Die USA hätten endlich eingesehen, dass es keine Alternative zu dem jetzigen syrischen Präsidenten gebe.

    USA sollen Druck auf Kiew ausüben

    Mit Blick auf den Konflikt in der Ostukraine meinte der Politologe, das sogenannte Normandie-Format (Ukraine, Russland, Deutschland, Frankreich) laufe ohne die USA ins Leere. Nur letztere hätten „leider oder zum Glück, die Macht, Kiew dazu zu zwingen, das Minsker Abkommen voll zu erfüllen.“ Platoschkin zeigte sich überzeugt: „Mit den US-Amerikanern werden wir die ganze Sache schnellstens lösen, weil das einzige Hindernis im Wege zur Erfüllung des Minsker Abkommens die Position von Kiew ist. Die Machthabenden dort wollen keine freien Wahlen im Donbass, sie wollen auch keine Änderung der Verfassung. Und jetzt können die Vereinigten Staaten mit ihrem Gewicht auf Poroschenko einen Druck machen, damit das Abkommen von der Kiewer Seite erfüllt wird.“

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Treffen, Deeskalationszonen, G20-Gipfel in Hamburg, Wladimir Putin, Donald Trump, Nikolaj Jolkin, Nikolaj Platoschkin, Ukraine, Syrien, Russland, USA
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