14:57 12 Dezember 2019
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    Wladimir Putin und Donald Trump, G20/Gipfel, Hamburg

    "Ergebnisse von Putin-Trump-Treffen vorsichtig interpretieren" - Politologe

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    Das erste Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen Donald Trump ist zweifellos ein positives Ereignis, doch seine Ergebnisse müssen laut den Experten mit Vorsicht bewertet werden.

    Das Treffen fand während des G20-Gipfels in Hamburg statt und dauerte fast zweieinhalb Stunden.

    Der Generaldirektor des Russischen Rates für internationale Angelegenheiten, Andrej Kortunow, ist der Meinung, dass dieses Gespräch einen unverbindlichen Charakter gehabt habe, weil der US-Präsident bei seinen Entscheidungen stets die Reaktion des Kongresses berücksichtige. Der Experte empfiehlt daher, "die Perspektiven der Zusammenarbeit mit Vorsicht zu interpretieren".

    Optimistischer fällt seine Prognose in Bezug auf die Zusammenarbeit in Syrien aus, wo die beiden Großmächte sich in manchen Fragen einig sein sollen. Außerdem erwähnte der Expert die Partnerschaft zwischen Moskau und Washington in der Arktis, sowie die Möglichkeit das nordkoreanische Atomproblem gemeinsam zu lösen.

    Geht es um die für die USA "sensibleren Fragen, wie etwa die sogenannte Einmischung in die US-Wahl, so sehen wir klar, wie schwer es ist, auch bescheidene Fortschritte zu erzielen und sich darauf zu einigen, wenigstens einen Dialog anzufangen", äußerte Kortunow in einer Sitzung des Diskussionsklubs Waldai.

    Zuvor twitterte Trump, dass, obwohl er und Putin die Bildung einer internationalen Gruppe für Cyber-Sicherheit besprochen haben, dies nicht bedeute, dass es gleich umgesetzt werde. Korunow meint jedoch, dass dieses Thema sich trotz dieser Aussage nicht vermeiden lasse.

    Der Direktor für wissenschaftliche Arbeit des Internationalen Diskussionsklubs Waldai, Fedor Lukjanow, begründet die Wichtigkeit des Putin-Trump-Treffens in seinem Sachcharakter, der bei den anderen Veranstaltungen des Gipfels fehlte.

    „Jeder Tag, der seit dem historischen Händeschütteln vergangen ist, wird dem Treffen seine scheinbare Sachlichkeit wegnehmen. Das Fehlen von Sachlichkeit ist nach wie vor negativ“, fügte er jedoch hinzu und drückte die Hoffnung aus, dass manche Momente dieser Sachlichkeit, wie in den Fällen der Ukraine und Syriens, erhalten bleiben.

    Kortunow meint dagegen, dass die angebliche russische Einmischung in die US-Wahlen für Washington wichtiger als der syrische oder der ukrainische Konflikt sei.

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