02:05 31 März 2020
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    Das Weiße Haus hat die russische Cybersicherheitsfirma Kaspersky-Lab aus der Liste der Software-Lieferer ausgeschlossen, deren Produktion zur Nutzung in US-Staatsbehörden gutgeheißen wird, wie die Agentur Reuters am Mittwoch berichtet.

    Das russische IT-Unternehmen Kaspersky Lab wird demnach „der engen Verbindung mit feindlichen russischen Aufklärungsinstitutionen“ verdächtigt, die „der Hackangriffe auf die USA beschuldigt wurden“. Dies meldet Reuters unter Berufung auf die US-Behörde General Services Administration (GSA). Dennoch dürfen Institutionen noch Kaspersky-Programme benutzen, die nicht im Rahmen der GSA-Verträge gekauft worden seien.

    „Kaspersky Lab hat keine Verbindungen zu Regierungen und die Firma hat nie einer Regierung der Welt und deren Versuchen zur Cyberspionage weder geholfen, noch wird sie jemals dabei helfen“, teilte das Unternehmen dazu mit.

    Es habe keine Nachrichten von der GSA oder einer anderen US-Staatsagentur über die Änderung seines Status als Lieferant bekommen.

    „Wir sind ins Zentrum eines geopolitischen Kampfes geraten, in dem jede Seite uns wie eine Figur in ihrem politischen Spiel zu benutzen versucht“, hieß es.

    Zuvor hatten die US-Behörden Kaspersky Lab vorgeworfen, sogenannte Backdoors, also Schlupflöcher, in ihre Software einzubauen, um so Cyber-Spionage zu ermöglichen. Der Firmeneigner Jewgeni Kaspersky hatte diese Vorwürfe zurückgewiesen und sich sogar zu einer Anhörung im Kongress bereit erklärt, um alle Zweifel der US-Führung über die Rechtschaffenheit seiner Firma zu zerstreuen.

    Das US-Innenministerium und das Büro des Direktors der nationalen Nachrichtendienste hatten laut früheren Berichten im Oktober des vorigen Jahres verkünden lassen, Russland sei in Cyber-Angriffe verwickelt gewesen, die 2016 gegen politische Einrichtungen der USA verübt worden seien. Dennoch haben die US-Behörden bislang keine Beweise für die Beteiligung Russlands an Hacker-Angriffen vorgelegt, die das Präsidentschaftswahlergebnis hätten beeinflussen sollen. Der Kreml hatte alle diese Bezichtigungen bereits mehrmals zurückgewiesen.

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    Tags:
    Hacker-Angriff, Cyberspionage, Kaspersky Lab, Jewgeni Kaspersky, Russland