05:17 15 Juli 2020
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    Italien liefert von Saddam Hussein 1980 bestellte Schiffe nun an Irak

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    Bagdad hatte 1980 sechs Korvetten in Italien bestellt – jetzt wurden zwei davon geliefert. Dies berichten irakische Nutzer aus der Facebook-Gruppe „Tactical Cell“.

    Über 30 Jahre lang lagen die Korvetten der Assad-Klasse im italienischen Marinestützpunkt La Spezia, inzwischen sind sie in der irakischen Hafenstadt Umm Qasr angekommen. Facebook-Nutzer aus dem Irak haben Fotos der Schiffe veröffentlicht.

    Benannt wurden die Korvetten nach den arabischen Feldherrn Musa ibn Nusair und Tariq ibn Ziyad, den Eroberern des Westgotenreichs auf der Iberischen Halbinsel. Die beiden Kampfschiffe sind Teil einer Order aus dem Jahr 1980, wie die Experten eines russischen Militärblogs schreiben. Damals bestellte die irakische Marine in Italien vier Fregatten, sechs Korvetten, einen Versorger und ein schwimmendes Dock im Gesamtwert von 2,4 Milliarden US-Dollar.

    Nach dem Beginn des Krieges gegen den Iran konnte die Hussein-Regierung nur zwei Korvetten, das Versorgungschiff und das Dock bezahlen. 1986 wurden die Korvetten offiziell an Bagdad übergeben, blieben bis zur vollständigen Bezahlung aber in Italien. Der Versorger und das Dock waren zwar bereits in Richtung Irak ausgelaufen, wurden jedoch in Ägypten festgehalten. Nach der Aggression des Iraks gegen Kuweit wurde die Bestellung gecancelt.

    Was folgte, waren Sanktionen gegen den Irak: Der Waffenhandel mit Bagdad wurde unmöglich. Italien verkaufte die Schiffe eins nach dem anderen – die vier Fregatten gingen an die italienische Marine, Malaysia übernahm vier Korvetten.

    Anfang der 2000er Jahre hatte Bagdad Verhandlungen über die Rückgabe der verbliebenen Schiffe aufgenommen. In 2010 kam dann endlich das schwimmende Dock im Irak an, heute wird es für friedliche Zwecke verwendet.

    In 2011 vereinbarte Bagdad mit dem italienischen Schiffbauer Fincantieri die Modernisierung der beiden Korvetten „Musa ibn Nusair“ und „Tariq ibn Ziyad“. Auftragswert: 300 Millionen Dollar. Der in Ägypten festgesetzte Tanker wird hingegen nirgendwo mehr ankommen und voraussichtlich verschrottet.

    Ob die Modernisierung tatsächlich vorgenommen wurde, sei fraglich, schreiben russische Experten in ihrem Blog. Demnach seien die Schiffe auf dem technischen Stand der Achtzigerjahre und deshalb wohl nur bedingt kampffähig.

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    Lieferung, Korvetten, Saddam Hussein, Italien, Irak