12:20 24 November 2017
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    Israelische Soldaten (Archivbild)

    Iran vs. Israel: Wie möglich ist ein bewaffneter Zusammenstoß?

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    Politik
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    Der Iran baut nach Informationen französischer Medien ein Waffenwerk im Libanon, was Israel für eine Bedrohung für sich hält. Der iranische Politologe und Nahostexperte Emad Abshenass sprach in einem Interview für Sputnik darüber, ob der Iran dieses Waffenwerk tatsächlich baut und wie es die Lage im Nahen Osten beeinflussen wird.

    Wie das französische Onlineportal Intelligence Online meldet, stellt der Iran in diesem Waffenwerk moderne Boden-Boden-Raketen Fateh-110 her, die eine Reichweite von 300 Kilometern haben. Israel ist laut der Zeitung „Yediot Ahronot“ über diese Information sehr besorgt: der israelische Bildungsminister Naftali Bennett hat diesbezüglich geäußert, Israel sei über dieses Waffenwerk informiert und arbeite einen Plan zu einem Präventivschlag gegen das Waffenwerk im Libanon aus.

    Abshenass sagte im Sputnik-Interview jedoch, die Information über den Bau des Waffenwerkes sei falsch: In Wirklichkeit baue dieses Waffenwerk die libanesische Miliz Hisbollah, um ihren Bedarf an Waffen zu decken.

    „Hisbollah baut dieses Waffenwerk zur Selbstverteidigung, um den Bedrohungen durch Israels oder den „Islamischen Staat“ (IS, auch Daesh) zu widerstehen“, so Abshenass.

    Der Politologe merkte an, der Bau des Waffenwerkes sei ein legitimes Recht des Libanon als souveräner Staat. „Niemand darf sich in die inneren Angelegenheiten des Libanon einmischen, und das betrifft auch Israel“.

    Abshenass betonte, alle Forderungen Israels seien nur Floskeln, denn Israel sei nicht im Stande, dieses Waffenwerk anzugreifen.

    „Wenn sich Israel dazu entscheiden sollte, würde es eine problematische Antwort durch den Libanon erhalten. Außerdem wird der Iran als Verbündeter der Hisbollah nicht abseits bleiben und die Hisbollah unterstützen. Ich glaube, Israel wird dieses Risiko nicht eingehen“, so Abshenass.

    Israel sei auch darüber besorgt, dass der Iran eine Transport- und Nachschub-Route von Beirut bis Damaskus etablieren wolle, um seine Verbündeten mit im Libanon hergestellten Waffen zu unterstützen. In diesem Zusammenhang habe Naftali Bennett gesagt, Israel werde dem Iran nicht erlauben, diese Route zu etablieren.

    „Israel hegt diese Idee seit langem“, kommentiert Abshenass die Worte von Bennett. „Aber es ist nicht gelungen, diese Idee in die Tat umzusetzen. Diese Route besteht seit langem und erstreckt sich bis zu den von Israel besetzten palästinischen Gebieten. Es wird Israel nicht gelingen, diese Route zu beseitigen“, so der Experte.

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    Tags:
    Waffenwerk, Waffenlieferungen, Konflikt, Hisbollah, Naftali Bennett, Emad Abshenass, Nahost, Libanon, Syrien, Iran, Israel
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