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16:42 22 Juli 2019
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    Der saudische Außenminister Adel al-Jubeir (im Bild Zweiter von links), VAE-Außenminister Abdullah bin Zayed al-Nahyan (links), der ägyptische Außenminister Sameh Shoukry (rechts) und Bahrain Außenminister Khalid bin Ahmed al-Khalifa (Zweiter von rechts) behandeln die diplomatische Krise um Katar. Kairo, Ägypten, den 5. Juli 2017Katars Hauptstadt Doha

    Experte: Katar darf nicht in die Enge getrieben werden – Es beißt zurück

    © REUTERS / Khaled Elfiqi/PoolCC0 / Pixabay
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    Der Konflikt um Katar zieht immer weitere Kreise. Die Rhetorik um dieses Land wird immer aggressiver. Es geht unter anderem um das Problem der Entschädigung der Opfer von Terroranschlägen, die von Organisationen verübt wurden, die Doha finanziert haben soll.

    Die Entschädigung ist eine der Bedingungen für die Aufhebung der gegen Katar verhängten Blockade, die Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain gestellt haben. Katar versucht jetzt, so schnell wie möglich Vereinbarungen mit einigen noch gebliebenen Verbündeten in der Region zu treffen. So bemüht sich die Türkei, die Konfliktparteien zu einer friedlichen Lösung zu bewegen. Dabei versprach Ankara, Doha im Notfall mit Lebensmittellieferungen zu unterstützen.

    Einige Experten sind der Ansicht, dass sich Doha in strikter Übereinstimmung mit dem Gesetz verantworten und die Anschlagsopfer in vollem Umfang abfinden muss. Andere weisen darauf hin, dass Katars Schuld erstmal bewiesen werden sollte. Sonst geschehe alles nach US-amerikanischem Muster: Katars Gegner erheben haltlose Anschuldigungen gegen Doha, nur um ihre eigennützigen Interessen zu befriedigen.

    Katar ist ein großer Exporteur von verflüssigtem Erdgas (LNG). Und was hatte denn US-Präsident Donald Trump vor kurzem angekündigt? Er will einen verstärkten Absatz von LNG aus der US-Produktion weltweit. Und wie könnte dieser aufgestockt werden, wenn ein solch starker Konkurrent dem Weißen Haus im Wege steht? Klar, der Konkurrent ist zu beseitigen, am besten mit fremden Händen. Und da fing die Hetze an.

    Türkische Truppen auf der Militärbasis in Doha, Katar
    © REUTERS / Qatar News Agency

    Aber Katar ist nicht von gestern, es hat genug Festigkeitsreserven. Der Fiskus ist mit 40 Milliarden US-Dollar gefüllt, plus dazu beachtliche Goldreserven, wie die Zentralbank in Doha mitteilt. Darüber hinaus hat der staatliche Investitionsfonds von Katar rund 300 Milliarden US-Dollar auf seinen Konten. Die Landesbehörden sind sich dessen sicher, dass solche Reserven helfen werden, alle Attacken der „Kollegen“ aus dem Kooperationsrat der arabischen Golfstaaten abzuwehren.

    Mehr noch. Doha wird jetzt auch von Inhabern westlichen (britischen und US-amerikanischen) Kapitals in Schutz genommen, das in die Wirtschaft des Landes investiert wurde sowie Milliardären und transnationalen Korporationen Gewinne bringt.

    Der Emir von Kuwait – Scheich Sabah al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah – erklärte sich zu einer Vermittlerrolle bereit. Zudem weilte auch US-Außenminister Rex Tillerson in der Region, um die Nachbarn zu befrieden. London und Washington plädieren für eine Lösung womöglich ohne Verluste. Aber eine schnelle Lösung ist wohl kaum denkbar. Denn ein Konflikt tut gut, weil man bei den Gesprächen feilschen und für sich mehr Präferenzen aushandeln könnte.

    Text: Oleg Obuchow, Radio Sputnik

     

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    Lösung, Krise, Sabah al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah, Kuwait, Katar