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    Chinesischer Nobelpreisträger Liu Xiaobo ist tot

    Nach Tod von Nobelpreisträger Liu Xiaobo: China verbittet sich Einmischung

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    Peking hat ausländische Staaten dazu aufgerufen, sich im Zusammenhang mit dem Tod des Nobelpreisträgers Liu Xiaobo nicht in die inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen, wie das chinesische Außenministerium mitteilt.

    „China ist ein Rechtsstaat. Der Umgang mit dem Fall von Liu Xiaobo ist eine innere Angelegenheit Chinas. Andere Staaten haben kein Recht,  verantwortungslose Erklärungen zu machen. Wir rufen die betreffenden Länder dazu auf, die rechtliche Souveränität Chinas zu respektieren und sich unter dem Vorwand eines einzelnen individuellen Falls  nicht in die inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen“, zitiert die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti einen Sprecher der chinesischen Behörde.

    US-Präsident Donald Trump
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    Damit reagierte China auf die jüngste Kritik vieler Länder nach dem Tod von Liu Xiaobo. Medienberichten zufolge forderten die Regierungen in Deutschland, den USA und Frankreich nach Lius Tod, die Beschränkungen der Bewegungsfreiheit für dessen Familie aufzuheben. Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel forderte, die Witwe und den Bruder des Verstorbenen nach Deutschland oder in ein anderes Land ausreisen zu lassen.

    „Ich sehe China jetzt in der Pflicht, der Frage, ob die schwere Krebserkrankung nicht viel früher hätte entdeckt werden können und müssen, auf eine glaubhafte und transparente Weise rasch nachzugehen“, wird Gabriel von „Spiegel Online“ zitiert.

    US-Außenminister Rex Tillerson und der französische Ressortchef Jean-Yves Le Drian sollen sich ähnlich geäußert haben.

    Am Donnerstag war der 61-jährige Liu Xiaobo, der 2009 wegen „Untergrabung der Staatsgewalt“ zu elf Jahren Haft verurteilt worden war, nach einem schweren Leberkrebsleiden gestorben. Am 8. Oktober 2010 hatte das Nobelpreis-Komitee bekannt gegeben, dass Liu Xiaobo mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird. Als Begründung wurde sein „langer und gewaltloser Kampf für fundamentale Menschenrechte in China“ angegeben.

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    Tags:
    Tod, Nobelpreisträger, Einmischung, Außenministerium Chinas, Sigmar Gabriel, Frankreich, Deutschland, USA, China
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