18:41 26 Juli 2017
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    Der russische Präsident Wladimir Putin und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe in Sotschi

    Russland brauchte Japan, bis… Trump kam - Zeitung

    © Sputnik/ Mikhail Klimentyev
    Politik
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    Moskau war nach der Wiedervereinigung der Halbinsel Krim mit Russland an einer Entwicklung der Beziehungen mit Tokio interessiert. Der Enthusiasmus ist nach dem Sieg von Donald Trump bei den US-Wahlen jedoch erloschen, berichtet die Zeitung „The Yomiuri Shimbun“.

    „Russland hat gezeigt, dass es sich auf andere Länder verlassen kann, wenn Japan nicht in die nördlichen Territorien investiert“, so eine mit der japanischen Regierung vertraute Person gegenüber dem Blatt.

    Gleichzeitig halte der japanische Premierminister Shinzo Abe die Tätigkeit mit Russland in dieser Region für einen „neuen Ansatz“ zu der Insel-Frage.

    Russland will dem Blatt zufolge die Verhandlungen über eine gemeinsame Tätigkeit auf den Kurilen-Inseln führen – allerdings unter der Bedingung, dass diese Tätigkeit nach russischen Gesetzen durchgeführt wird. In diesem Fall sei es aber sehr schwer, ein System zu entwickeln, das die russischen und japanischen Interessen nicht verletzen würde. Zudem wolle Russland die Kurilen in eine Sonderwirtschaftszone verwandeln. Die Unternehmen, darunter auch ausländische, die dort ihr Geschäft tätigen würden, bekämen demnach viele Vorteile. Diesen Schritt halte Tokio für eine Bedrohung. Dies heiße, dass Russland die Region auch ohne Japan entwickeln könne, falls die Verhandlungen gestoppt würden.

    Im Mai 2016 hatte demnach Abe dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einen aus acht Punkten bestehenden Plan für die wirtschaftliche Entwicklung, darunter auch Energiefragen und die Entwicklung des Fernen Ostens, vorgeschlagen, wobei er darauf gehofft hatte, dass dies zur Lösung des territorialen Streites führen werde. Aber beim nächsten Treffen im Dezember habe Abe vom russischen Staatschef keinen Rückvorschlag zum Kurilen-Streit bekommen.

    Grund dafür ist laut dem Autor des Artikels die internationale Lage: Als Russland nach der Wiedervereinigung der Halbinsel Krim isoliert worden sei, habe es dank der Zusammenarbeit mit Japan die von den USA geführte Einkreisung durchbrechen können. Und nach dem Sieg von Donald Trump, der sich für die Zusammenarbeit ausgesprochen hatte, sei Moskaus Enthusiasmus bezüglich Tokios erloschen.

    Obwohl sich die Beziehungen zwischen Russland und den USA bisher nicht verbessert hätten, habe Putin keinen Wunsch gezeigt, die territoriale Frage zu lösen. Russlands Präsident sei der Auffassung, sollte Russland Japan die Inseln zurückgeben, die Tokio für seine „Nordterritorien“ hält, könnten dort US-Streitkräfte stationiert werden.

    Japan äußere dabei seine Hoffnung darauf, dass nach den russischen Präsidentschaftswahlen im März eine Entscheidung getroffen werden könne. Abe selbst erlebt dem Blatt zufolge eine Krise: Er rechne damit, dass er mittels Diplomatie das Staatsschiff lenken kann – das ist dem Autor zufolge aber eine schwierige Aufgabe.

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    Tags:
    Zusammenarbeit, Streit, Beziehungen, Donald Trump, Shinzo Abe, Wladimir Putin, Krim, USA, Japan, Russland
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