15:32 19 September 2017
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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow

    „Raub am helllichten Tag“: Lawrow zu Schließung russischer diplomatischer Anwesen

    © Sputnik/ Ilya Pitalev
    Politik
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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die Schließung von zwei Anwesen russischer Diplomaten in den USA als einen „Raub am helllichten Tag“ bezeichnet. Damit reagierte er auf die Erklärung einer anonymen Quelle im Weißen Haus, der zufolge Washington den Besitz Russlands nicht zurückgeben will, ohne etwas „als Gegenleistung“ zu bekommen.

    „Die Quelle ist anonym? Dann verstehen sie, dass sie ein schlechtes Gewissen haben“, sagte Lawrow gegenüber Journalisten. „Zurück zu der Angelegenheit: Wenn das so ist, dann ist das ein Raub am helllichten Tag. Irgendwelche Banditen kommentieren, wie es aussieht, diese Situation. Wie kann das sein: Erst nimmt man den Besitz, der in einem bilateralen ratifizierten Regierungsdokument gesichert ist, weg, und um diesen zurückzugeben, handelt man dann nach dem Prinzip ‚Was meins ist, gehört mir, und das deine werden wir teilen‘“, betonte Lawrow weiter.

    Der russische Außenminister äußerte aber die Zuversicht, dass es in der Administration von Donald Trump auch „vernünftige Menschen“ gebe, die „sehr gut verstehen, dass die Administration des (damaligen US-Präsidenten Barack – Anm. Red.) Obama diese Entscheidung über den Arrest von diplomatischen Anwesen – wie auch über die Ausweisung von 35 Diplomaten mit Familien – in Agonie getroffen hatte“. Damals soll die Administration des ehemaligen Präsidenten, so Lawrow, einfach nicht gewusst haben, wie sie die Beziehungen zwischen Washington und Moskau dermaßen zerstören könnten, dass die Präsidialverwaltung von Trump diese nicht wiederaufbauen könnte.

    „Leider nimmt diese eifrige Suche nach gewissen ‘geheimen’ Einflusskanälen Russlands darauf, was in den USA geschieht, nicht ab“, so Lawrow. Aus diesem Grunde könne man auch keineswegs mehr sicher sein, dass die Zusammenarbeit im Bereich der internationalen Beziehungen nun je normalisiert werden könne.

    Obama hatte im Dezember 2016 Sanktionen gegen Russland wegen angeblicher „Einmischung in die Wahlen“ beschlossen. Der ehemalige US-Präsident ließ unter anderem zwei Anwesen russischer Diplomaten in New York und Maryland schließen. Er begründete dies damit, die russische Regierung benutze diese Anwesen für „Aufklärungszwecke“. In der vergangenen Woche hat das russische Außenministerium Gegenmaßnahmen angekündigt.

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    Tags:
    Einfluss, Zerstörung, Beziehungen, Entscheidung, Agonie, Ausweisung, US-Administration, Situation, Kommentar, Banditen, Diplomaten, Sergej Lawrow, USA, Russland
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