21:23 23 November 2017
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    Situation in Syrien (Archivbild)

    Macron würde um seines Ratings willen Syrien bombardieren – Experte

    © AFP 2017/ Sameer Al-Doumy
    Politik
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    Die Politik Frankreichs zu Syrien hat sich nach dem Amtsantritt von Emmanuel Macron nicht geändert, wie der Experte Andrej Manojlo sagte. Die Position des amtierenden französischen Präsidenten stellt ihm zufolge eine Widerspiegelung der amerikanischen Thesen dar.

    Nach seinen Verhandlungen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin in Versailles hat sich laut Emmanuel Macron die Kooperation zwischen Moskau und Paris zu Syrien vollkommen geändert.

    „Ich konstatiere, dass wir nach dem Treffen in Versailles in dieser Frage vorangehen. Die Kooperation zwischen unseren Diensten vor Ort zu diesen Fragen hat sich vollkommen geändert“, sagte der französische Präsident am Sonntag gegenüber der Zeitung „Journal du Dimanche“.

    In Anlehnung an Putin und Trump

    „Im Grunde genommen redet Macron die Thesen nach, die zuvor Hollande verwendet hat, — nur mit einer kleinen Korrektur unter Berücksichtigung der aktuellen Situation. Seine Einstellung zu Assad hat sich geändert, nachdem die Amerikaner darüber kurz vor dem Treffen in Hamburg gesprochen hatten. Es ist verständlich, dass Macron als Präsident zeigen muss, dass alles bei seiner Präsidentschaft anders sein wird. Er will irgendwelche Ergebnisse in den ersten Monaten nach seinem Sieg bei den Wahlen zeigen. Er ist ein junger Mann und muss allen seine Fähigkeiten beweisen“, so der Experte.

    Manojlo sieht keine Selbständigkeit im Vorgehen des französischen Präsidenten. Der Experte verwies darauf, dass Macron kurz nach seiner Inauguration zur Bundeskanzlerin Angela Merkel gereist sei, um „seine Loyalität zu bestätigen“. Was die Syrien-Frage angeht, so kopiert er Manojlo zufolge die Erklärungen des US-Präsidenten Donald Trump und des Außenministers Rex Tillerson.

    Er demonstriere seine Härte, indem er sich von einem Hubschrauber auf ein Atom-U-Boot habe abseilen lassen.

    „Damit hat er Putin nachgeahmt“, erläuterte Manojlo.

    „Macron ist nicht mehr als ein Spötter. Ich widerhole nochmals, dass ich bei Macron keine originelle Einstellung zu Syrien sehe. Wenn er irgendwelche klaren Vorschläge beispielweise zu Zonen vorschlagen würde, könnte dies zum Thema eines Gesprächs werden“, so der Politologe weiter.

    Bombardierungen um des Ratings willen

    Zuvor hatte Macron erklärt, dass Frankreich davon ausgehe, dass der Einsatz von Kampfstoffen in Syrien jenseits der „roten Linie“ liege. „Ein Überschreiten der ‚roten Linie‘ würde sofort Anlass für eine Antwort liefern“. Er hält ein militärisches Eingreifen in Syrien für vorstellbar. Jeder Chemiewaffen-Angriff in Syrien werde einen „sofortigen Gegenschlag“ Frankreichs zur Folge haben.

    „Mit solchen Erklärungen versucht er zu zeigen, dass seine Figur und der US-Präsident gleichgroß sind. Macron kann dies wohl tun, weil ihm Selbstsicherheit und Bravade fehlen. Er muss zeigen, dass er kein Junge, sondern ein Mann ist“, so Manojlo abschließend.

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    Rating, Einstellung, Politik, Bombardierung, François Hollande, Bashar al-Assad, Rex Tillerson, Wladimir Putin, Donald Trump, Emmanuel Macron, Russland, USA, Syrien, Frankreich
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