10:36 27 Juli 2017
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    „Suizid-Manöver“ im Osten: US-Armee zerfällt – „National Interest“

    © Foto: U.S. Army / Jason Johnston
    Politik
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    Die USA üben Abschreckungsmanöver gegen Russland und China, obwohl diese Methoden auf schon zu Zeiten des letzten Weltkrieges veralteten Vorstellungen basieren, schreibt der US-Oberst a. D. Douglas Macgregor im US-Fachblatt „The National Interest“. Dabei werde auf Modernisierung verzichtet, was ein Risiko für das Weiterbestehen der Armee darstelle.

    „Die Misserfolge bei der Modernisierung und Bereitschaft der Armee ist dem fanatischen Widerstand der Armeegeneräle gegen eine grundlegende organisatorische Reform, eine umsichtige Modernisierung und die Veränderung der Art und Weise, wie die Armee in Zukunft kämpfen muss, zu verdanken“, schreibt der Militärexperte in einem Artikel mit dem Titel „Wieso die US-Armee zerfällt“.

    Man braucht laut Macgregor kein Experte zu sein, um den dringenden Bedarf an „frischem Blut“ in der US-Armeeführung wahrzunehmen. Dies würden solche wie das 2009 gestrichene Billionen teure Projekt  „Future Combat System“, das die Schaffung neuer unbemannter Fahrzeuge und Jets sowie ein Netzwerk für solche Drohnen vorsah, sowie das ebenfalls missglückte Warfighter Information Network-Tactical belegen.

    Außerdem sei es nicht das erste Mal, dass die US-Armee an veralteten Vorstellungen haften würde: Man würde nämlich häufig davon ausgehen, dass Generäle rücksichtslos und unsentimental seien, wenn es darum gehe, veraltete Taktiken und Technologien zu verwerfen. „Das sind sie aber nicht. Wie sonst konnte die US-Armee im Zweiten Weltkrieg mit Kavallerieregimentern antanzen, lange nachdem die deutsche Armee den Großteil Europas mit gepanzerten Kräften überrannt hatte?“

    Wie damals sei das Kommando nun nicht im Bilde, dass neue Zeiten begonnen hätten und man nichts mit einem „Relikt“ von einer Armee aus dem Kalten Krieg und dem Zweiten Weltkrieg anfangen könne. Solche „Potemkinsche Dörfer“ wie das teure „Future Combat System“ würden nichts daran ändern, betont der Experte.

    In dieser Hinsicht sollte der US-Präsident Donald Trump deshalb einen „starken und sachkundigen“  Mann zum Heeresminister (das US-Heer untersteht derzeit dem offen Homosexuellen Eric Fanning) ernennen. „Einen solchen, der bereit ist, seinen Generälen eine Verantwortung aufzuerlegen und dynamische Veränderungen durchzusetzen.“. Andernfalls habe die Armee der Vereinigten Staaten mit weitaus schlimmeren Konsequenzen zu rechnen, als nur Geldverlust.

    Am 18. Juli finden auf dem bulgarischen Luftwaffenstützpunkt Besmer die US-Nato-Militärmanöver “Joint Forcible Entry” (Gemeinsames gewaltsames bzw. bewaffnetes Eindringen, Anm. d. Red.)  statt, die dem Stürmen eines Flugplatzes gewidmet sind. Laut Macgregor gleicht dies dem „Üben für einen Selbstmord“, da ein Kriegsszenario eigentlich die fehlende Überlegenheit der USA in der Luft und auf See in dieser fremden Region erfordere.

    „Wenn man dieses „gewaltsame Eindringen“ bei einem geschützten russischen, chinesischen oder nordkoreanischen Flugplatz versuchen würde, würde die „Übung“ in nur wenigen Minuten mit der totalen Vernichtung der Fallschirmjäger und der Brigade von gepanzerten Lastwagen enden. Die Vier-Sterne-Generäle sind einfach in einer Zweiter-Weltkrieg-Fantasie steckengeblieben“, resümiert der Experte.

    Eine weitere „Katastrophe“ sei die Tatsache, dass etwa 200.000 Militärangehörige der regulären US-Armee im Ausland – Afrika, Asien und Naher Osten – „verstreut“ seien und ständig unterstützt werden müssten.

    „Die heutige Armee ist zu dünn in der Welt verteilt und ihre Kampfformationen sind Relikte des Kalten Krieges. Wenn die heutigen gepanzerten Kampf-Brigaden mit einer Luftbedrohung — einer Raketenartillerie und Drohnen, die stundenlang Angriffsziele auf dem Schlachtfeld beschießen und in sie fliegen —  geschweige denn mit einer tauglichen gegnerischen Armee konfrontiert werden, dann stehen sie sicherlich einer Niederlage gegenüber.“

    Statt „Potemkinscher Dörfer“ bräuchte die US-Armee deshalb Einheiten für eine Kriegsführung „mit allen Waffen“, die sich auf einem Schlachtfeld und einer Umgebung abspielen, die „tödlicher sind als alles, was wir seit dem Zweiten Weltkrieg gesehen haben.“

    Jeden Monat wachse die Gefahr einer Eskalation, wie im Koreakrieg der 50er Jahre. Nun hänge alles von Donald Trump und seiner Wahl ab, die er bei der Festlegung eines neuen Heeresministers treffen werde.

    Tags:
    The National Interest, NATO, USA, Russland
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