16:01 24 September 2017
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    Rettungsoperation im Mittelmeer

    EU: Keine Schlauchboote für Flüchtlinge in Libyen mehr

    © AFP 2017/ Aris Messinis
    Politik
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    Der EU-Rat hat die Ausfuhr von Schlauchbooten und Außenbordmotoren nach Libyen verboten, geht aus einer Mitteilung der Organisation hervor.

    Die Exportbeschränkung für diese Waren soll dem Kampf gegen Schmuggel, illegale Menschenbeförderung und Menschenhandel dienen. Wenn aber Schlauchboote und Motoren für Zivilisten, beispielweise für Fischer, bestimmt seien, dürfen sie schrankenlos ausgeführt werden, hieß es.

    Laut der Entscheidung des EU-Rates soll die EU-Hilfsmission bei der Vorbereitung libyscher Grenzer in der Hauptstadt des Landes, Tripolis, bis 2018 verlängert werden. Seit Anfang 2017 führt die EU Verhandlungen mit Libyen über die Hilfeleistung für das Land bei der Entwicklung der Küstenwache, darunter auch für die Einhaltung des UN-Embargos für Waffenlieferungen.

    Libyen gilt für afrikanische Migranten als „Fenster nach Europa“. Laut dem italienischen Innenministerium war im vorigen Jahr eine Rekordzahl von Migranten über das Mittelmeer nach Italien gekommen, und zwar mehr als 181.000 Menschen. Seit Anfang 2017 landeten an der italienischen Küste mehr als 62.000 Menschen. Das sind um 17 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 1828 Menschen kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) seit Anfang 2017 beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, ums Leben.

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    Tags:
    Migranten, EU-Rat, EU, Libyen
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