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    Russlands Panzer T-14 Armata (Archivbild)

    Armata vs. Abrams: USA befürchten Schlimmeres

    © Sputnik / Iliya Pitaljow
    Politik
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    Im Fall groß angelegter Bodenoperationen in Europa läuft die US-Armee nach Expertenmeinung das Risiko, gegen Russland zu verlieren - wegen ihrer alten Panzer. Daher wurde dem US-Kongress ein fünfjähriges Programm zur Umrüstung der Panzertruppen vorgeschlagen, schreibt die russische Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch in ihrer Onlineausgabe.

    In der Vorwoche hatte die NATO auf dem Territorium Bulgariens, Rumäniens und Ungarns das Militärmanöver Saber Guardian gestartet. US-Generalleutnant Ben Hodges, Befehlshaber des US-Heeres in Europa, bezeichnete diese planmäßige Übung der Verbündetenarmeen als eine Warnung an Moskau. „Die Russen achten nur die Stärke. Wenn wir Eintracht an den Tag legen und zeigen, dass wir zusammengeschlossen, dass wir bereit sind, dann würden uns keine Russen Sorgen bereiten, denke ich“, sagte der General am vergangenen Sonntag.

    Der neuarrige russische Panzer T-14 "Armata"

    Drei Tage davor hatte sich der Exekutivdirektor des Lexington-Militärinstituts (Virginia) und der nicht kommerziellen Consultingfirma Source Associates, Loren Thompson, im Magazin „National Interest“ zum Ausgang eines möglichen Landkrieges in Europa zwischen Amerika und Russland geäußert. Angesichts der Entwicklung in der Ukraine zweifelt er nicht an aggressiven Absichten Moskaus.

    „Im Fall eines Landkrieges in Europa könnten die wichtigsten Verbündeten der USA – Deutschland, Frankreich und Italien – jeweils höchstens 300 moralisch überholte Panzer zur Verfügung stellen“, schreibt Thompson. (Großbritannien wurde in dem Beitrag nicht erwähnt.) Die mangelnde Kampfbereitschaft des Heeres und der Marineinfanterie resultiert nach seiner Ansicht vor allem daraus, dass die US-Rüstungsindustrie derzeit nur zwölf Abrams-Panzer der jüngsten Modifikation im Jahr herstellt. Das sei die niedrigste Zahl in der Geschichte des Panzerbaus in den USA.

    „Solange das Pentagon gegen den globalen Terrorismus kämpfte, konnte Moskau die Produktion von Panzertechnik nicht nur aufstocken, sondern auch Neuentwicklungen in dieser Sparte präsentieren. Im Endeffekt ist Russland überlegen in Bezug auf die Manövrierfähigkeit und die Möglichkeit, Panzerangriffe in beliebige Richtung auf dem europäischen Kriegsschauplatz zu unternehmen. Jetzt plant Russland, hunderte Panzer der nächsten Generation (T-14 ‚Armata‘) an die Armee auszuliefern. Verglichen mit US-amerikanischen Panzern sind diese Maschinen zählebiger“, schreibt der Experte.

    Panzer T-14 Armata
    © Foto : Verteidigungsministerium Russlands
    Die russische Armee zählte zu Beginn dieses Jahres rund 2.700 Panzer. Noch 17.500 Maschinen sind in Reserve. Das Pentagon verfügt über rund 9.000 Abrams-Panzer, die größtenteils veraltet sind. Das Heer hat 2.384 und die Marineinfanterie 447 Panzer. Der Rest ist in der Reserve. In nächster Zeit dürfte die NATO ihren Bestand an Panzern auf rund 5.100 Stück aufstocken (unter Berücksichtigung von 3.600 Panzern in der Reserve, die im Laufe von drei bis vier Jahren nach Europa verlegt werden sollen).

    Allein schon diese Zahlen führten vor Augen, dass Russland nicht genug Kräfte für Offensivoperationen in Europa habe und folglich keine aggressiven Handlungen gegen den Westen planen könne, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta". „Mittel und Kräfte der russischen Armee reichen ausschließlich für die Verteidigung aus. Auch einige europäische Militäranalysten sind derselben Meinung.“

    Während des Kalten Krieges besaß die Armee der Sowjetunion etwas mehr als 60.000 Panzer. Ende der 1970er Jahre wurden Pläne eines Panzerangriffs, bei dem sowjetische Truppen in zwei Wochen die Pyrenäen, den Golf von Biskaya und den Ärmelkanal erreichen würden, bereits als ein Überbleibsel der vergangenen Epoche des entwickelten Sozialismus betrachtet. Jetzt sind selbst Scherze zu diesem Thema fehl am Platze. Russland bereitet sich nur auf die Verteidigung seiner Grenzen.

    „Woraus resultiert denn die Besorgnis von Dr. Thompson über veraltete Panzer des Pentagon? Die Antwort liegt klar auf der Hand: Der Experte lobbyiert die Interessen des auf Panzertechnik spezialisierten Rüstungskonzerns General Dynamics. Derzeit ist in den USA nur eine Panzerfabrik aktiv – in Lima, Bundesstaat Ohio“, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta".

    Schweren Herzens bewillige der Kongress dem Pentagon jährlich rund 200 Millionen Dollar für die Belange der Panzerindustrie. Aber der Produzent wolle mehr. Thompson zufolge sei die US-Armee auf eine schnelle und beachtliche Aufstockung der Produktion der jüngsten Abrams-Modelle angewiesen, so die Zeitung.

    Das Programm von General Dynamics zur Ausstattung des US-Heeres mit neuen Panzern sieht vor, im Laufe von fünf Jahren bis zu 22 Maschinen im Monat zu montieren. Der Hersteller senkte den Stückpreis um 15 Prozent und erklärte, dass die Produktion in 18 Monaten nach der Unterzeichnung eines entsprechenden Vertrages ihre Vollleistung erreichen wird. Dabei werden neben Lima/Ohio auch die Panzerfabriken in den Bundesländern Indiana, Michigan, Florida und Pennsylvania aktiv. Dadurch wird die Zahl der Arbeitsplätze beachtlich steigen.

     

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