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15:00 21 Oktober 2019
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    Damm Atatürk

    Wie die Türkei mit ihren Dämmen Daesh in die Hände spielte – Umweltschutzpolitiker

    CC BY-SA 3.0 / Bernard Gagnon / Own work
    Politik
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    Umweltschützer des Irans haben das Außenministerium des Landes aufgefordert, die Türkei unter Druck zu setzen, damit sie auf den Bau ihrer Dämme verzichtet. Falls dieser nicht gestoppt wird, kommt es laut den Experten zu einer Wasserkrise im Iran, Irak und Syrien. Ohnehin habe dies bereits Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) in die Hände gespielt.

    Die Vizepräsidentin und Leiterin des iranischen Departements für Umweltschutz, Masoumeth Ebtekar, hat die Türkei für den Bau von riesigen Dämmen kritisiert. Dies sei unvernünftig und führe zu einem Austrocknen von Flüssen. Im Rahmen seines ehrgeizigen Projekts plane das Land in Süd-Anatolien 22 Dämme zu bauen.

    Der iranische Präsident Hassan Rohani stimmte dieser Kritik während der Internationalen Umweltschutzkonferenz in Teheran am 4. Juli zu. Dieser irrationale Bau führe dazu, dass Sümpfe und Seen sowohl im Iran als auch im Irak austrocknen. Die entwässerten Flächen verwandeln sich in Quellen für Staubstürme in der Region.

    Nach Angaben der türkischen Behörden werden die Dämme unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften, Normen und Regeln gebaut, so dass sie der Umwelt nicht schaden können.

    Iranische Experten sehen das aber anders. Ihnen zufolge wird zwischen den Ländern ein Krieg um Wasser beginnen, falls der Bau nicht diplomatisch verhindert werden könne.

    Der Vertreter des iranischen Departements für Umweltschutz Mohammad Darvish hat im Gespräch mit Sputnik einige Zahlen für das mögliche Ausmaß des Schadens genannt.

    Der Damm Atatürk sei der größte Damm, der am Euphrat gebaut worden war. Seine Speicherkapazität betrage mehr als 48 Milliarden Kubikmeter Wasser. Das entspreche der Speicherkapazität von 100 iranischen Dämmen.

    „Wenn wir dazu alle von der Türkei am Euphrat gebauten Dämme mitrechnen, ergibt sich eine Speicherkapazität von fast 100 Milliarden Kubikmeter. Am Tigris werden zurzeit Dämme gebaut, die insgesamt noch 24 Milliarden Kubikmeter Wasser dazu geben“, so Darvish.

    Wenn die Türkei noch einen Damm mit 10,4 Milliarden Kubikmetern in ihrem Landkreis Hasankeyf (Provinz Batman, Südost-Türkei) am Tigris errichten werde, werde eine richtige Wasserkrise ausbrechen.

    „Mit anderen Worten, wird das Wasser aus dem Euphrat zu 100 Prozent und aus dem Tigris zu 60 Prozent abgedreht. Syrien und der Irak werden nichts bekommen“, sagte der Umweltschützer. Nach dem der Damm am Tigris fertig sei, werde diese Zahl 100 Prozent erreichen und dann komme die Katastrophe.

    In Syrien seien bereits 2,5 Milliarden und im Irak mehr als fünf Milliarden Hektar Flächen wegen dieser Dämme ausgetrocknet. Dies habe den Bauern in der Region Arbeitslosigkeit und Armut gebracht. Darüber hinaus habe dies sogar Daesh in die Hände gespielt. Etwa 90 Prozent der Rekruten dieser Terrororganisation sind nach Angaben von Darvish arbeitslose Bewohner dieser ausgetrockneten und verwüsteten Gebiete.

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    Tags:
    Umweltschutz, Katastrophe, Verwüstung, Damm, Wasser, Syrien, Irak, Iran, Türkei