Widgets Magazine
03:37 20 Oktober 2019
SNA Radio
    US-Tiefbohrturm West Delta 7 (Archivbild)

    US-Kongress opfert für weitere Russland-Sanktionen die eigene Ölindustrie

    © Foto : U.S. Coast Guard/Petty Officer 2nd Class Bill Colclough
    Politik
    Zum Kurzlink
    171339
    Abonnieren

    Die Warnungen amerikanischer Ölunternehmer vor den negativen Folgen neuer Russland-Sanktionen für den eigenen Markt und die Ölindustrie stoßen beim Kongress in Washington auf taube Ohren, wie das Portal rueconomics.ru schreibt.

    Neue mögliche Sanktionsmaßnahmen gegen Russland könnten sich negativ auf den Arbeitsmarkt in den USA auswirken und Projekte im Öl- und Gasbereich in der ganzen Welt gefährden. Darüber berichtet die Zeitung „Financial Times“ in ihrem Artikel „Ölunternehmer warnen USA vor neuen antirussischen Sanktionen“ unter Berufung auf die Chefin von Petroleum Equipment & Services Association, Leslie Beyer.

    Laut der Botschaft Beyers, die an den Chef der Republikaner-Fraktion, Kevin McCarthy, gerichtet war, kann „eine starke Eskalation der Sanktionen zu Schwierigkeiten bei der Arbeit nationaler Unternehmen auf den globalen Märkten führen“ und den Abbau von Arbeitsplätzen und einen wirtschaftlichen Rückgang nach sich ziehen.

    Der Chef des amerikanischen Ölinstituts, Jack Gerard, befürwortet zwar die Sanktionen, rief jedoch die Politiker zur Revision des Gesetzentwurfs auf, um die nationale Wirtschaft zu schützen.

    Der US-Kongress sprach sich am 15. Juni für die Billigung des Gesetzentwurfs aus, der weitere Sanktionen gegen Russland und den Iran  vorsieht. Es wird unter anderem vorgeschlagen, die Frist der maximalen Dauer der Marktfinanzierung der von Sanktionen betroffenen russischen Banken auf 14 Tage zu verkürzen.

    Hass ist stärker als gesunder Verstand

    Es gibt ein bekanntes Prinzip – „Politik ist ein konzentrierter Ausdruck der Wirtschaft“, zitiert das Portal den russischen USA-Kenner Sergej Samujlow.

    „In Bezug auf den US-Kongress gilt diese Regel nicht. Der Kongress erörterte 2012 die Aufhebung des Jackson-Vanik Amendments und die Bereitstellung von günstigen Handelsregeln zwischen USA und Russland auf ständiger Grundlage. Nach dem Zerfall der Sowjetunion funktionierte das Amendment nicht mehr, doch man musste formell ein neues Gesetz verabschieden, um es nicht jedes Jahr aufs Neue aufzuheben“, so der Experte.

    Im Ergebnis wurde statt der Aufhebung dieser Handelsbeschränkung (Amendment) im US-Kongress vorgeschlagen, noch das Magnitski-Gesetz hinzuzufügen. US-Wirtschaftsvertreter lobbierten aktiv, dieses gegen Russland gerichtete Gesetz nicht zu verabschieden, auch die Obama-Administration wurde in dieser Richtung aktiv.

    Die Argumente waren klar – sollte das Amendment aufgehoben und das Gesetz verabschiedet werden, würden die US-Firmen auf dem russischen Markt mit ungünstigen Bedingungen zu kämpfen haben. Sie wurden jedoch nicht gehört. Der Hass sei so ausgeprägt, dass er über den gesunden Menschenverstand und Vorteile für das eigene Geschäft dominiert, sagte der Experte.

    Donald Trump werde nicht auf Konfrontationskurs mit dem Kongress bei dieser Frage gehen, so Samujlow. Trump werde keinen Widerstand leisten, obwohl die Verabschiedung dieser Sanktionen und die Folgen seine Popularitätswerte beeinflussen können. Er sei ohnehin momentan sehr verwundbar. Auch die Beziehungen zu den Medien seien schlecht. Er wolle zwar zu Vetos greifen, habe jedoch keine Möglichkeiten dazu. Jeder Widerstand gegen den Kongress würde eine weitere Anti-Trump-Welle verursachen, so der Experte.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Politische Beratungen: Washington in Vorbereitung – Moskau überlegt Absage
    Russland will US-Sanktionen gegen Nordkorea nicht unterstützen – Medien
    US-Sanktionen gefährden weitreichende Pipeline-Pläne von Gazprom
    Tags:
    Industrie, Gesetz, Sanktionen, Gas, Öl, US-Kongress, Donald Trump, Kevin McCarthy, Russland, USA