08:37 12 August 2020
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    Golfkrieg: Nach der Annexion Kuweits durch den Irak im Jahr 1990 hat die damalige britische Premierministerin Margaret Thatcher Washington vorgeschlagen, Irak die Anwendung von Chemiewaffen anzudrohen. Dies folgt aus einem Bericht der Financial Times, die Einsicht in ein Dokument bekommen habe.

    Das Dokument, welches über ein bisher unbekanntes Tete-a-Tete von Thatcher und US-Vizepräsident Dick Cheney im Oktober 1990 berichtet, sei neulich freigegeben worden. Die „eiserne“ Premierministerin sei damals nach der Besetzung Kuweits entschlossen gewesen, schreibt das Blatt, „die kuwaitische Souveränität und saudi-arabische Ölquellen zu verteidigen und die irakische Militärmaschine zu zerstören“. 

    Die Ministerin habe bei dem Treffen geäußert, dass man sich  für eine Antwort auf einen möglichen Chemiewaffen-Einsatz entscheiden sollte. Wenn man von einer solchen Attacke mit denselben Waffen abschrecken wolle, müsste man nun tatsächlich im Besitz solcher Waffen sein und diese jederzeit einsetzen können, betonte sie.

    Allerdings sei diese riskante Idee, die Großbritannien wohl tatsächlich zum seit Ende des Ersten Weltkrieges ersten Chemiewaffen-Einsatz führen könnte, von Cheney abgelehnt worden.

    Er berief sich darauf, dass der damalige US-Präsident George H.W. Bush eine „besondere Abneigung gegen chemische Waffen“ hätte. Obwohl keine endgültige Entscheidung getroffen worden sei, seien US-Kommandeure dazu geneigt, so Cheney, „sich auf eine massive konventionelle Antwort auf einen Chemiewaffen-Angriff zu verlassen“, teils,  weil sie auch „keine Erfahrung“ mit chemischen Waffen hätten. Gerade dieses Gespräch soll einen Strich unter dieses Thema gezogen haben, so das Blatt.

    Nach dem Golf-Krieg hatte Thatcher 1991 öffentlich erklärt, sie sei bereit gewesen, Atomwaffen gegen das Regime in Bagdad einzusetzen. Das veröffentlichte Dokument beweist jedoch, dass dies wohl ein Bluff war: Laut dem Papier fragte Cheney, ob sie tatsächlich auch die Anwendung von Atomwaffen im Golfkonflikt in Betracht ziehen könnte. Die Ministerpräsidentin antwortete, dass sie „bis zum letzten Moment zögern würde, so etwas zu erwägen“, und einen solchen Schritt eher ausschließen würde.

    Einen Monat später erklärte Thatcher ihren Rücktritt. Drei Jahre nach diesem Gespräch ist die Konvention  gegen den Einsatz von chemischen Waffen verabschiedet worden.

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    Tags:
    Chemiewaffen, Saddam Hussein, Dick Cheney, Margaret Thatcher, Irak