11:14 09 Dezember 2019
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    Am Ort der MH17-Katastrophe in Donbass (Archivbild)Igor Strelkow (Archivbild)

    MH17: Ex-Verteidigungschef über die Donezker Flugabwehr am Tag des Abschusses

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    Die Volkswehr der selbsterklärten Volksrepublik Donezk (VRD) hat über keinerlei Möglichkeit verfügt, die Boeing der Malaysian Airlines im Jahr 2014 abzuschießen. Diese erklärte der Ex-Verteidigungschef der VRD, Igor Strelkow (auch Girkin), im Zuge einer Internet-Debatte mit dem russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny.

    Strelkow antwortete bei der im Internet übertragenen Debatte auf eine Frage aus Twitter, warum er so lange geschwiegen habe, wer die Boeing der Malaysian Airlines auf dem Flug MH17 über dem Donbass abgeschossen habe. „Die Volkswehr hat die Boeing nicht abgeschossen, da sie nicht über die Mittel verfügte, mit der sie dies hätte tun können“, sagte Strelkow.

    „Alle Mittel, über die ich verfügte, das waren fünf Fla-Raketenkomplexe ‚Igla‘ (SA-18 Grouse laut Nato-Klassifikation – Anm. d. Red.) und ein ‚Strela 10‘ (SA-13 Gopher laut Nato-Klassifikation – Anm. d. Red.), die zum Augenblick des Absturzes der Boeing Sugres  — eine Stadt im Gebiet Donezk — schützten“, so der Donezker Ex-Verteidigungschef.

    „Die mir unterstellte Volkswehr hat die Boeing keinesfalls abschießen können. Andere Kommentare diesbezüglich kann und werde ich nicht geben. Ich habe nicht an den Ermittlungen teilgenommen und interessiere mich prinzipiell selbst nicht dafür“, betonte Strelkow.

    Später hatte ein User Strelkow via Twitter gefragt, warum er an jenem Tag zuerst den Abschuss einer An-26 mittgeteilt, dann aber diese Mitteilung gelöscht habe. „Ich habe nichts auf Twitter geschrieben, weil ich mich da nicht befunden habe. Ich habe mich in keinem der sozialen Netzwerke befunden. Diese Mitteilung habe nicht ich geschrieben“, unterstrich er.

    „Ich kann mein Ehrenwort geben, ich kann es mit der Hand auf der Bibel schwören, dass ich diese Mitteilung nicht geschrieben habe. Andererseits, mir ist es egal, glaubt mir“, so Strelkow.

    Im Juli 2015 hatten die Angehörigen der ums Leben gekommenen Passagiere gerade ihn beschuldigt, den Abschuss der malaysischen Boeing organisiert zu haben, und Klage gegen ihn eingereicht. Sie  forderten von ihm eine Entschädigung in Höhe von 500 Millionen Dollar. Eine ähnliche Klage war gegen ihn auch in den USA eingereicht  worden.

    Strelkow sagte dazu, es sei „zutiefst symptomatisch“, dass die Bewohner Großbritanniens „das Leben ihrer Verwandten in Geld eingeschätzt haben“.

    Die Passagiermaschine der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 auf dem Flug MH17 aus Amsterdam nach Kuala Lumpur in der Nähe von Donezk abgestürzt. An Bord befanden sich insgesamt 298 Menschen. Keiner hat den Absturz überlebt.

    Die Ermittlungsbeamten haben festgestellt, dass das Flugzeug von der Rakete eines Flugabwehr-Raketensystems „Buk M-1“ abgeschossen wurde. Allerdings soll es bislang nicht gelungen sein, herauszufinden, wer konkret diese Rakete abgefeuert hatte.

    Die Debatte zwischen Nawalny und Strelkow waren auf dem YouTube-Kanal  von Nawalny, dem Kanal von Strelkows Anhängern „RoiTV“ sowie von der Agentur Reuters und dem russischen TV-Nachrichtensender „Doschd“ übertragen worden. Moderator war der Journalist Michail Sygar.

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    Abschuss, Ermittlung, MH17, Buk-M1, Igor Strelkow, Volksrepublik Donezk, Russland, Ukraine