16:51 17 Januar 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    9573
    Abonnieren

    Wieder einmal will das „Time“-Magazin Wladimir Putins Portrait auf das Titelblatt drucken, schreibt der Politologe Igor Pschenitschnikow in einem Beitrag für Sputnik. Dass der russische Präsident bei dieser Abbildung gut wegkommt, ist nicht anzunehmen – das sei im Westen inzwischen traurige Tradition.

    Das Bild wird abermals das Thema aufmachen, wie man Russlands Einmischung in das Leben und die Politik der Vereinigten Staaten endlich aufdecken und unterbinden könne, schreibt Pschenitschnikow, Analyst am Russischen Institut für Strategische Studien, einem regierungsnahen Thinktank.

    Russlands Präsident Wladimir Putin (r.), US-Staatschef Barack Obama (Archivbild)
    © AFP 2019 / KREMLIN POOL / PRESIDENTIAL PRESS SERVICE
    Der durchschnittliche US-Amerikaner hat keinen Zweifel mehr: Die Russen hätten die US-Wahlen manipuliert und Donald Trump an die Macht gehievt. Dahinter stehe natürlich Wladimir Putin – dafür legt der Durchschnittsbürger auf der anderen Seite des Atlantiks seine Hand ins Feuer.

    Wie kann es denn auch anders sein, wenn russische Cyberattacken und die Einmischung in US-Wahlen bei der „New York Times“, dem Leitmedium der USA, inzwischen zur verstaubten Dauerrubrik verkommen sind? Soll der Amerikaner etwa der wichtigsten überregionalen Tageszeitung nicht trauen?

    Die Rubrik wird auch immer wieder aufgefrischt: So auch jetzt, wenn man um das angeblich geheime Treffen Putins und Trumps auf dem G20-Gipfel einen Popanz aufbaut. Liest man über die Schlagzeilen hinaus weiter, sieht man, dass es nur so wimmelt von Formulierungen wie „könnte, würde, es scheint, Experten meinen, mutmaßen, vermuten, möglicherweise“ etc. Kein einziger Beweis! Man stelle sich vor, man würde in der Schule, Ausbildung oder an der Uni auf die gleiche Weise Fragen beantworten – selbst in den USA gäbe es dafür ein Ungenügend.

    Doch wenn es nur die „New York Times“ wäre. Auch das größte Sprachrohr der USA, der TV-Sender CNN, schießt solche „Erinnerungen“ über „Russlands Einmischung“ im Dauerfeuer auf die Zuschauer. „Alles, was ihr über Ermittlungen zu Russland wissen müsst“ oder „Who is who in der Saga Trump-Russland“, lauten die Überschriften dieser Banner bei CNN. So wird eine Erzählung zur „objektiven“ Wirklichkeit.

    Auch in Europa sieht es nicht anders aus. Den Vogel haben die britischen Boulevardblätter „Sun“ und „Express“ abgeschossen: Nach barbarischer Tradition bade Putin im Blut aus dem Geweih von Wildhirschen, schrieben die Blätter. So ist er, der Russe: ein Barbar bis über beide Ohren. Kann man so einem Mann überhaupt trauen?

    Die Frage ist nun: Wird das Ganze irgendwann auch ein Ende haben? Schön wärs! Doch das liberale Establishment, das die Medien im Westen finanziert und kuriert, hat mithilfe eben dieser Medien inzwischen eine Kollektivvernunft des Westens erzeugt.

    Das Alleinstellungsmerkmal dieser Kollektivvernunft ist der liberale Wertekanon. Die liberalen Werte sind gut, lautet die Vorgabe. Und weil Russland in dieses liberale Wertesystem nicht so recht hineinpasst, ist Russland eben böse. Doch das ist noch nicht alles.

    Die Organisatoren einer solchen Psychogewalt an der westlichen Gemeinschaft mittels Medien sind ja Teil dieser westlichen Welt – und deshalb selbst Opfer ihrer eigenen Propaganda. Sie glauben so fest daran, dass sie keine Alternative mehr erkennen und anbieten können. So schließt sich der Kreis aus Paranoia und Psychose.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    “Geheimes Putin-Trump-Treffen”: Weißes Haus klärt auf
    Trump über das angeblich geheime Treffen mit Putin
    Kreml lüftet Geheimnis um Geheimtreffen Putins und Trumps
    Russlands Außenamt zu „geheimen“ Putin-Trump-Treffen
    Tags:
    Medienattacke, Russophobie, The New York Times, The Sun, CNN, Wladimir Putin, Westen, Europa, USA, Russland