15:19 04 April 2020
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    Die Liste der deutschen Unternehmen und Einzelpersonen, denen die türkische Regierung Unterstützung von Terrorismus vorwirft, ist viel umfangreicher als bisher bekannt war. Dies schreibt das Wirtschaftsmagazin „Handelsblatt“ am Freitag unter Berufung auf die deutschen Regierungskreise.

    Auf der Liste stehen demnach nicht 68, sondern ganze 681 deutsche Firmen. Die türkische Regierung bestreitet hingegen die Existenz der Liste. 

    Am Mittwoch hatte die Zeitung „Die Zeit“ von einer „Schwarzen Liste“ mit 68 deutschen Firmen und Einzelpersonen berichtet, denen die türkischen Behörden vorwerfen, terroristische Organisationen zu unterstützen. Die Liste soll dem Bundeskriminalamt (BKA) übergeben worden sein. An die von der „Zeit“ genannte Zahl müsse „aber noch eine Null gehängt werden“, sagten mehrere mit der Liste vertraute Quellen dem „Handelsblatt“. 

    Die Vorwürfe gegen die deutschen Unternehmen seien „völlig abstrus“, hieß es in deutschen Regierungskreisen. Auch das BKA teilte mit, es werde sich nicht um Bearbeitung kümmern, „da die darin enthaltenen Angaben und Vorwürfe unkonkret sind“.

    Die Türkei soll den genannten Unternehmen Verbindungen zur Bewegung des türkischstämmigen und in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen vorwerfen. Berlin hat als Reaktion eine Neuausrichtung der Türkei-Politik verkündet

    Ankara versicherte nun, dass alle deutschen Investitionen in der Türkei zu 100 Prozent durch die türkische Regierung, den Staat und das Gesetz abgesichert seien. Den Vorwurf, die Türkei habe der deutschen Regierung eine Liste mit Firmen gegeben, denen sie Verbindungen zu dem Putschversuch im vergangenen Jahr vorwirft, wies Ankara als falsch zurück. Doch sowohl in deutschen Regierungs- als auch Sicherheitskreisen wird die Existenz der Liste bestätigt, so die Zeitschrift. 

     

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    Tags:
    Streit, Unternehmen, Liste, Sanktionen, Deutschland, Türkei