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    „Komplott von Trump, Moskau und Sputnik“ - Newsweek entfernt irreführende Beiträge

    © AP Photo / Richard Drew
    Politik
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    Die US-Zeitschrift Newsweek hat aufgrund einer außergerichtlichen Einigung die Beiträge des Journalisten Kurt Eichenwald entfernen müssen, in denen wegen eines Fehlers des Ex-Redakteurs von Sputnik, Bill Moran, behauptet wurde, US-Präsident Donald Trump habe „mit Russland ausgekungelt“.

    Der bekannte US-amerikanische Journalist, Schriftsteller und Autor der Online-Zeitschrift Newsweek, Kurt Eichenwald, hatte im vorigen Jahr dem damals noch Präsidentschaftskandidaten Donald Trump vorgeworfen, nach Moskaus Pfeife zu tanzen. Der Anschuldigung Eichenwalds lag ein redaktioneller Fehler Morans zugrunde. Dieser dokumentierte später Eichenwalds Versuche, die Sache durch Drohungen unter der Hand abzutun.

    In einer Erklärung an Sputnik teilte Moran mit, er habe es erreichen können, dass seine Forderungen erfüllt werden. „Die Klage wurde ohne gegenseitige Ansprüche zu meiner vollen Genugtuung geregelt. Aufgrund einer außergerichtlichen Einigung hat Newsweek zwei Artikel Eichenwalds entfernt“, schrieb Moran.

    Moran hatte am 10. Oktober 2016 im Internet Auszüge aus der elektronischen Post von Hillary Clinton nahe stehenden Personen entdeckt. Diese von Hackern erbeuteten Informationen wurden auf der WikiLeaks-Seite veröffentlicht. Unter Verlass auf die Glaubwürdigkeit einer Twitter-Meldung zitierte Moran in einem Beitrag für Sputnik einen Brief des engen Beraters von Hillary Clinton, Sidney Blumenthal, der die ehemalige US-Außenministerin für den Tod von Amerikanern bei einem Terroranschlag im libyschen Bengasi verantwortlich gemacht haben soll.

    Etwas später erkannte der Redakteur seinen Fehler, denn es ging nicht um Blumenthals Worte, sondern um einen Beitrag Eichenwalds, den Blumenthal zitierte. Gleich darauf beging Moran einen zweiten Fehler, indem er den inkorrekten Text ohne Berichtigung oder Annullierung löschte.

    Trump hat die besagte Tweet-Meldung auf einer Wahlkundgebung zitiert. Eichenwald schloss daraus, dass Sputnik und Trump ihr Handeln abstimmen und sogar gleichzeitig Anweisungen aus dem Kreml erhalten würden.

    Der Beitrag in Newsweek hat eine breite Diskussion im Netz ausgelöst und ist Gegenstand von Kritik geworden. Selbst die „Washington Post“, die die Theorie der US-Geheimdienste über „die Hand Moskaus“ nie angezweifelt hatte, erklärte, Eichenwald führe einen zumindest in die Irre.

    Der Journalist der Internet-Ressource BuzzFeed, John Passantino, hat bewiesen, dass Trump und der Sputnik-Redakteur ein und denselben fehlerhaften Tweet zitierten und die Vermutung über ein Komplott völlig grundlos sei. Auch Russland-kritische Medien zeigten, dass Trump den unheilbringenden Tweet und nicht einen Sputnik-Artikel wiedergab.

    Die Agentur Sputnik hatte Moran zunächst wegen seiner redaktionellen Fehler gekündigt, dann ihm aber erneut eine Arbeit angeboten. Moran lehnte ab.

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    Tags:
    Fehler, Newsweek, Twitter, WikiLeaks, Sputnik, Kurt Eichenwald, Bill Moran, USA, Russland