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    US-Fallschirmjäger bei einer Nato-Übung in Estland

    Sexfantasien und „russische Honigfallen“: Harter Alltag von Nato-Soldaten in Estland

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    Der Militärdienst von Nato-Soldaten in Estland ist alles andere als einfach: Überall lauert Gefahr. Man muss aber insbesondere vor „russischen Honigfallen“ auf der Hut sein. Wenn es diese wirklich gibt.

    Die Berichte darüber, wie Soldaten des Nato-Kontingents für ihren Dienst in Estland ausgebildet werden, können einen wirklich verblüffen. So müssen beispielsweise dänische Soldaten, die bald dem Nato-Kontingent beitreten sollen, spezielle Kurse durchlaufen. Bei diesen Kursen soll ihnen beigebracht werden, wie man falsche und wahre Informationen auseinanderhält. Die „falschen Informationen“ schleichen sich selbstverständlich aus Russland ein.

    Das Interessanteste dabei ist die Art und Weise, wie diese Informationen den Militärs vermittelt werden. Nach Angaben der dänischen Aufklärung, die offenbar bei einer hochkomplizierten Sonderoperation gesammelt wurden, geht die größte Gefahr von verschiedenen estnischen Kneipen sowie von dortigen Frauen aus.

    Das sind aber natürlich keine einfachen Frauen, sondern speziell ausgebildete russische „Honigfallen“. Ihre Aufgabe ist es, die Nato-Soldaten zu verführen, um die auf diese Weise erbeuteten Daten für Spionagezwecke zugunsten Russlands und gegen das Dänische Königreich und die westliche Welt als Ganze zu verwenden.

    Solche Geschichten erinnern einen an Erotikfilme, in denen russische Spioninnen ihren westlichen Opfern nicht nur Militärgeheimnisse entlocken, sondern ihnen auch für sie fremde Werte und Ideen vermitteln.

    Es ist ziemlich lustig, dass diese Märchen über heimtückische russische „Verführerinnen“ schon seit Jahren in Estland kursieren. Es scheint inzwischen zu einer Art fixer Idee oder zu einem Produkt der allzu lebendigen Fantasie von jungen Männern in Uniformen geworden zu sein. Erstmals hatte der Chef der Informationsabteilung des estnischen Auslandsgeheimdienstes Mikk Marran davon gesprochen. Er schließe nicht aus, dass Moskau (wer denn sonst) „Honigfallen“ stellen könnte, um britische Soldaten anzulocken, hatte er gesagt. Und jetzt kämen auch noch die dänischen Soldaten hinzu…

    Allem Anschein nach sind solche Geschichten für diejenigen, die sie sich ausdenken, ein einträgliches Geschäft und sie werden ihnen noch lange Geld einbringen. Uns bleibt nur, genug Popcorn zu besorgen und einfach zuzusehen.

    Wladimir Barsegjan, Radio Sputnik, Estland

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    Tags:
    NATO, Estland, Russland