21:54 06 Dezember 2019
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    Krim-Turbinen: Siemens kündigt schärfere Kontrollen und Personalkonsequenzen an

    © AP Photo / Matthias Schrader
    Politik
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    Die Siemens AG schließt nicht aus, dass der Skandal um Gasturbinen aus ihrer Produktion, die angeblich aus Südrussland unter Umgehung der EU-Sanktionen auf die Krim gebracht worden waren, „personelle Konsequenzen“ nach sich ziehen wird. Darüber schreibt das „Handelsblatt“.

    Auch wenn sich Siemens als Opfer sehe…: „Personelle Konsequenzen gelten im Umfeld als nicht ausgeschlossen“, so die Zeitung. Manche würden dem Chef des Bereichs Russland, Dietrich Möller, vorwerfen, „dass er das Thema zu lange habe schleifen lassen, als erste Hinweise auf einen möglichen, sanktionswidrigen Missbrauch aufgetaucht seien". „Man hätte wohl eher im Alarmmodus sein müssen“, sagten Kritiker.

    Siemens hatte am Freitag die Lieferungen von Energieausrüstungen an russische Firmen ausgesetzt, weil die vier zugestellten Gasturbinen, die für ein Kraftwerk in Taman bestimmt gewesen seien, nach Behauptung des Konzerns unter Umgehung der EU-Sanktionen auf die Krim gebracht worden seien.

    Laut der Zeitung ist der Eklat um Gasturbinen ein zentrales Thema in der Konzernleitung. Siemens sei nun bemüht, einen neuen Mechanismus zur Kontrolle über die Montage der Ausrüstungen am jeweiligen Bestimmungsort zu entwickeln.

    Wie der russische Industrie- und Handelsminister Denis Manturow zu diesem Thema äußerte, hat die russische Seite die höchstmögliche rechtliche Korrektheit bei der Anwendung der Siemens-Technologien für die Produktion von Turbinen für die Kraftwerke auf der Krim gesichert. Die Wärmekraftwerke von Simferopol und Sewastopol sollen laut Manturow mit Turbinen aus russischer Produktion unter Anwendung ausländischer Elemente ausgerüstet werden. Die besagten Gastrubinen seien mit einem russische Zertifikat versehen, so der Minister.

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    Tags:
    Gasturbinen, Skandal, Siemens, Dietrich Möller, Denis Manturow, Deutschland, Russland