22:57 22 Oktober 2017
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    Russischer Luftabwehrkomplex S-400 Triumph

    S-400-Deal: USA fordern Erklärung von Ankara - Erdogan kontert

    © Sputnik/ Grigoriy Sisoev
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    Die Türkei soll ihre Pläne mit dem Ankauf russischer Flugabwehrraketensysteme S-400 offenlegen, forderte Pentagon-Sprecher Jeff Davis.

    Da die Türkei Nato-Mitglied ist, erwarten die USA nun Erklärungen, unter anderem zur Waffen-Kompatibilität, hieß es.

    „Was die Meldungen über den S-400-Kauf von der Türkei angeht, muss die Türkei das erklären“, so Davis.

    Die Möglichkeit, dass die Türkei die S-400 kaufe, sei alarmierend, sagte der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs der US-Streitkräfte, Joseph Dunford, früher auf einem Sicherheitsforum in Aspen (US-Bundesstaat Colorado).

    „Warum soll das alarmieren?“, meinte aber seinerseits der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

    Das Land gewährleiste seine Sicherheit und gehe von bestehenden Optionen aus. Und da die Verhandlungen mit den USA ergebnislos gewesen seien, habe die Türkei begonnen, „Pläne zu den S-400 zu machen, ob sie das wolle oder nicht“.

    Erdogan habe sich gewundert, dass die USA sich nur um die S-400 Sorgen machen, keine andere Ausrüstung habe bei Washington so eine Reaktion ausgelöst. Die Verhandlungen mit Russland seien aber bereits „im Wesentlichen beendet“.

    „Unsere betroffenen Behörden führen Verhandlungen, und dieser Schritt wird gemacht“, so Erdogan.

    Das S-400-System (Nato-Code SA-21 Growler) ist mit einer Reichweite von 400 Kilometern gegen alle Typen von Flugzeugen über Drohnen bis zu Marschflugkörpern wirksam und kann auch taktische Raketen abfangen. Selbst Tarnkappenflugzeuge (Stealth) haben dagegen keine Chance. Jedes System kann gleichzeitig 36 Ziele in bis zu 27 Kilometer Höhe mit insgesamt 72 Raketen beschießen. Das System ist kompatibel für  vier Raketentypen, die sich in Gewicht und Reichweite unterscheiden.

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    Tags:
    Flugabwehrsystem, S-400, Joseph Dunford, Jeff Davis, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, USA, Russland