22:48 21 Oktober 2018
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    Soldat der Freien Syrieschen Armee in der Provinz Deraa

    Syrien, Iran oder Daesh: Wer rückt in Deir ez-Zor als erster ein?

    © REUTERS / Alaa Al-Faqir
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    Die syrische Stadt Deir ez-Zor befindet sich bisher unter der Kontrolle der Terroristen. Ihre Eroberung kann eine Wende im Kampf gegen die Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) bringen. Russische Experten haben sich geäußert, weshalb der syrische Präsident Baschar al-Assad die iranischen Kräfte bei dieser Operation überholen sollte.

    Es gibt laut dem Experten Boriss Roschin bisher die Bedrohung durch eine letzte und entscheidende Kalifat-Offensive, deren Ziel es ist, den Standort zu vernichten, der seit mehreren Jahren Deir er-Zor verteidigt. Die Terroristen hätten aber immer weniger Zeit dafür: „Die schrittweise Annäherung der Front an Deir ez-Zor vom Westen her zwingt die Kämpfer, einen Teil ihrer Kräfte den Einheiten des Syrischen Heeres (SAA) entgegen zu schicken, was indirekt die Lage von Deir ez-Zor erleichtert. Aber man kann vermuten, dass die Kämpfer im nächsten Monat 4000 bis 5000 Menschen mit Panzertechnik für einen Angriff auf den 137. Stützpunkt oder einen Luftstützpunkt sammeln könnten. Falls sie den Sachstand um die Enklave nicht ändern können, werden sie weiter nicht mehr über diese Möglichkeit verfügen, weil die Panzer von Suheil bereits in diesem Jahr auf dem Plan erscheinen können.“

    Neben den IS-Kämpfern können demnach auf dem Wege des Wiederaufbaus der Kontrolle auch alte Verbündete Syriens auftauchen. Die Assad-Kräfte müssten dem Experten zufolge Deir ez-Zor entsetzen und die Provinz von den Kämpfern befreien. Die einzige Hilfe, mit der sie rechnen könnten, seien die russischen Truppengruppierungen in Syrien.

    Um Deir ez-Zor gibt es laut dem Experten Alexander Perendschiejew derzeit ein Spiel, das kaum mit dem direkten Anti-Terror-Kampf zusammenhängt.

    „Die Kontrolle über die Provinz bedeutet die Kontrolle über die Ressourcen, die sich dort befinden. Russland, das die legitime Regierung von Baschar al-Assad unterstützt, wird sich nicht um irgendwelche Territorien bewerben. Es strebt im Gegenteil danach, seine Verantwortungszone zu einem Bestandteil Syriens zu machen“, sagte er.

    „Was den Iran angeht, gibt es aber Fragen. Einerseits will der Iran den Frieden in Syrien sichern, aber es ist fraglich, dass sie wollen, dass die vom IS befreiten Territorien unter die Kontrolle der syrischen Regierung gestellt werden“, erläuterte der Experte.

    Falls die von Baschar al-Assad angeführten Regierungstruppen mit Unterstützung der russischen Luftstreitkräfte die Ölfelder in der Provinz Deir ez-Zor von den Terroristen befreien, wird das dem Experten zufolge ein finanzieller Sieg des legitimen Staatschefs über die Terroristen. „Die Kämpfer werden damit ihre Möglichkeit verlieren, Geld aus dem Ölverkauf zu bekommen.“

    Die Befreiung der Stadt sollte auch zum Aufbau des durch den Krieg zerstörten Landes und dessen Wirtschaft beitragen, weil Deir ez-Zor sehr reich an Ölressourcen sei.

    „Die Eroberung von Deir ez-Zor ist eine Möglichkeit für Assad, ernsthafte innere Ressourcen für den Wiederaufbau des Landes zu erhalten. Was bedeutet eigentlich Öl? Das ist einerseits eine Möglichkeit, schnelles Geld zu verdienen. Andererseits kann man nicht nur die Infrastruktur und die Städte wiederaufbauen, sondern auch Sozialhilfe gewährleisten. Damit ist man kein Bettler mehr; man kann selbstständig zeigen, dass die legitime Regierung Syriens der ganzen Bevölkerung helfen kann und will. Die wirtschaftliche Kraft kann im Nahen Osten eine wichtigere Rolle als die militärische spielen“, so der Experte abschließend.

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    Tags:
    Kontrolle, Terroristen, Hilfe, Öl, Bevölkerung, Frieden, Terrormiliz Daesh, Baschar al-Assad, Deir ez-Zor, Iran, Syrien, Russland