23:30 17 November 2019
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    Neue US-Sanktionen gegen Russland als „Geste der Verzweiflung“

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    Die neuen Sanktionen gegen Russland, die der US-Kongress jetzt mit einem Gesetz einleiten will, werden kaum Wirkung zeigen. Donald Trump wird sie zwar wahrscheinlich besiegeln, dabei aber eine Russland-Politik betreiben, die er für nötig hält – trotz aller Bemühungen der atlantischen Elite. Diese Prognose liefert die russische Onlinezeitung vz.ru.

    „Dieses Gesetz missfällt Trump, dieses Gesetz missfällt Russland, die europäischen Verbündeten der USA sind besorgt über dieses Gesetz, das sich in ihre Angelegenheiten unverhohlen einmischt. Doch der US-Präsident kann kein Veto einlegen, weil der Kongress es halt überwinden wird“, prognostiziert die Onlinezeitung.

    Den US-Globalisten scheine dieses Gesetz ein Erfolg zu sein. Doch es werde nicht funktionieren: „Die US-Sanktionen an sich sind von keiner grundsätzlichen Bedeutung für Russland.“

    „Handel mit Amerika oder US-Kredite sind Russland unwichtig. Was Russland braucht, ist eine Wiederherstellung vollwertiger Beziehungen mit Europa, das für uns von einer viel größeren wirtschaftlichen Bedeutung ist“, erläutert vz.ru.

    Europa brauche dies ebenfalls. Ihm gefalle weder der entgangene Gewinn noch der US-Druck. Dieser lasse derzeit übrigens nach, wenn es nicht um Erklärungen und neue Gesetze gehe, sondern um konkrete Aktivitäten der US-Administration. Europa werde also seine Chance nicht verpassen, um das Versäumte nachzuholen, hieß es.  

    „Es wird sich herausstellen, dass die Atlantisten mit ihrem Streben danach, die bestehenden Sanktionen um jeden Preis aufrechtzuerhalten, in eine Sackgasse geraten sind. Das Gesetz, das das Recht des US-Präsidenten auf eine eigene Außenpolitik einschränkt, ist eine Geste der Verzweiflung in einer Situation, wo alle begreifen, dass man Trump zu einer Kapitulation weder bewegen noch zwingen kann“, so die russische Onlinezeitung.

    Donald Trump
    © REUTERS / Carlos Barria/File Photo
    Sie schreibt weiter: „Zwar wird Trump das Gesetz signieren, doch es ist klar, dass er eine Russland-Politik betreiben wird, die er für nötig hält – und nicht die, die der Kongress ihm aufzwingen will. Die Europäer, deren Interessen demonstrativ außer Acht gelassen wurden, werden ebenfalls tun, was sie als nötig betrachten, indem sie verbal ihr Festhalten an der ‚atlantischen Solidarität‘ deklarieren werden.“

    Es liege sowohl im Interesse der USA als Nationalstaat als auch im Interesse Deutschlands, Frankreichs, Italiens und sogar der EU im Allgemeinen, die Beziehungen mit Russland zu verbessern. Nicht einmal die atlantische transnationale Elite könne dieses Interesse zerstören – zumal es nicht um die ganze Elite gehe, sondern um einen Teil, dessen wahnsinniger Kampf gegen Trump inzwischen selbst Partner ärgere, schreibt vz.ru.

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