12:47 11 Dezember 2019
SNA Radio
    Nord Stream 2

    Selbst Nord-Stream-Gegner missbilligen neue US-Sanktionen – Medien

    © Sputnik / Sergey Guneyev
    Politik
    Zum Kurzlink
    Neue US-Sanktionen gegen Russland – Moskau und Brüssel drohen Konsequenzen an (38)
    1413
    Abonnieren

    In Europa finden auch Gegner des Baus der Pipeline Nord Stream 2, dass Amerikas neue Anti-Russland-Sanktionen kontraproduktiv sind, schreibt die Zeitung „The Washington Post“.

    Europäische Börse (Archivbild)
    © AFP 2019 / Louisa Gouliamaki
    Einige europäische Staatchefs sollen die USA gewarnt haben, dass neue Versuche, Russland zu bestrafen, den USA selbst schaden würden. Sie seien unzufrieden mit der im Gesetzentwurf stehenden Möglichkeit, Firmen zu bestrafen, die sich an der Finanzierung des Baus der russischen Gasleitung beteiligen. 

    Viele osteuropäische Staatchefs seien bereit, keine Mühe zu scheuen, damit das Nord-Stream-Projekt nie verwirklicht würde, so das Blatt. Dennoch fänden sogar einige Gegner des Projektes, dass die Sanktionen im Energiebereich nur Schaden bringen würden.

    „Sie machen mehr Feinde wegen dieser gegen Nord Stream gerichteten Haltung als nötig. Tatsächlich, wenn das das Projekt nicht tötet, macht es dieses stärker“, meint der Energieexperte Georg Zachmann vom Brüsseler analytischen Zentrum Bruegel.

    Das US-Repräsentantenhaus hatte am Dienstag für neue Russland-Sanktionen gestimmt, die sich gegen alle Unternehmen richten, die sich an der Instandsetzung, der Modernisierung oder dem Ausbau russischer Exportpipelines beteiligen. Damit soll vor allem das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 verhindert werden. Für Europa bedeutet dies nach Angaben des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft höhere Energiepreise und wachsende Unsicherheit bei der Energieversorgung.

    Ein Ziel der neuen US-Sanktionen ist laut dem Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Wolfgang Büchele die Förderung der eigenen Schiefergasindustrie auf Kosten der europäischen Konkurrenz, da die Märkte in Japan und Korea weitestgehend gesättigt seien.

    „Unternehmen in Deutschland, Österreich und anderen europäischen Staaten auf dem US-Markt mit Bestrafungen zu drohen, wenn sie sich an Erdgasprojekten wie Nord Stream II mit Russland beteiligen oder sie finanzieren, bringt eine völlig neue und sehr negative Qualität in die europäisch-amerikanischen Beziehungen“, heißt es in einem offenem Brief des Bundesaußenministers Sigmar Gabriel und des österreichischen Bundeskanzlers Christian Kern.

    Hinter der US-Initiative stehe gerade die Strategie „America first“, meint die Energieexpertin der Stiftung Wissenschaft und Politik Kirsten Westphal. Ihr zufolge scheitert US-Präsident Donald Trump, der sich über ein enormes Handelsdefizit mit Deutschland beklagte, das ganze Bild zu sehen, im Unterschied zu den Europäern.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Neue US-Sanktionen gegen Russland – Moskau und Brüssel drohen Konsequenzen an (38)

    Zum Thema:

    OMV: Russland-Sanktionen sind uneffektiv, aber wir machen mit
    US-Minister packt aus zu Nord Stream 2, Cyberangriff und Poroschenkos Biobrennstoff
    Wie EU auf US-Sanktionen gegen Russland antworten kann – vier Varianten
    Wie Amerikas Sanktionen gegen Russland Deutschland treffen - FAZ
    Tags:
    Sanktionen, Pipeline, Nord Stream 2, Gazprom, EU, Wolfgang Büchele, Christian Kern, Sigmar Gabriel, Donald Trump, Russland, EU, USA