21:14 07 August 2020
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    Der irakische Vizepräsident al-Maliki begrüßt Russlands Engagement in der Region – dies ist erklärlich. Russland konnte dem Irak bereits helfen. Nun gibt es Voraussetzungen für mehr Kooperation, was für Moskau ziemlich wichtig wäre. Einen Kommentar zum Thema liefert die russische Onlinezeitung vz.ru.

    Im Hinblick auf die Vorgeschichte schreibt vz.ru, der Irak sei seit Ende der 1950er Jahre einer der wichtigsten Partner der Sowjetunion in der arabischen Welt gewesen: „Ihre Blütezeit erlebten die Beziehungen in den 1970er Jahren. Sowjetische Waffen strömten damals massiv in den Irak, viele Erdölfachleute aus der Sowjetunion arbeiteten dort und sowjetische Hochschulen bildeten Fachkräfte für die irakische Wirtschaft aus.“

    Nach dem Zerfall der Sowjetunion sei es auch im Nahen Osten zu Erschütterungen gekommen. Die Umgestaltung dieser Region habe eben mit der Zerstörung des Irak begonnen. Während des Golfkrieges 1991 sei es den USA zwar noch nicht gelungen, Saddam Hussein zu entmachten – im Jahr 2003 aber doch, hieß es.

    Russland habe 2003 jene Irak-Invasion der USA nicht verhindern können: „Wir fingen damals erst an, unsere geopolitischen Positionen wiederherzustellen, und konnten nur diplomatische Proteste einlegen. Die Amerikaner eroberten den Irak, wussten aber nicht, was sie damit anfangen sollen.“

    Eine Kombination von Bürgerkrieg und Partisanenkampf gegen die US-Okkupanten  sei im Irak zustande gekommen. Aber auch nach dem Abzug der US-Truppen habe Washington verschiedene Formen der Kontrolle über die irakische Machtspitze behalten. Dann habe der Aufstieg der Terrorgruppe IS in den Jahren 2013 und 2014 den Irak an den Rand eines Zerfalls gebracht:

    „Übrigens leistete Russland ihm damals militärische Hilfe, indem Luftwaffentechnik schnell geliefert wurde, die die Regierung in Bagdad brauchte, während die Amerikaner ihre Lieferungen unverhohlen verzögerten.“

    In der laufenden Woche kam der irakische Vizepräsident Nuri al-Maliki nun zu Gesprächen nach Moskau. Vz.ru zitiert ihn mit den Worten: „Wie bekannt hat Russland geschichtlich feste Beziehungen mit dem Irak. Deshalb möchten wir, dass Russland politisch und militärisch eine gewichtige Präsenz in unserem Land hätte. Dadurch entstünde ein Gleichgewicht, dass zum Wohl der Region, ihrer Völker und ihrer Länder beitragen würde.“ Laut al-Maliki will sein Land auch wirtschaftlich aktiver mit Russland kooperieren – etwa in Sachen Stromenergie und Öl.

    Vz.ru kommentiert: „Ja, Russland ist in den Nahen Osten wieder gekommen – und wird allmählich auch in den Irak zurückkehren. Dieses Land ist uns bei weitem nicht nur wirtschaftlich wichtig (…) Falls und wenn es ihm gelingt, aus dem gegenwärtigen halb zerfallenen Zustand herauszufinden, wird es wieder eine äußerst wichtige Rolle in der Region spielen. Im Irak gibt es ohnehin eine Vielzahl von Menschen, die noch wissen, wie eng die Beziehungen unserer Länder im Zeitraum von den 1960er bis zu den 1990er Jahren gewesen waren. Und die derzeitige Post-Saddam-Generation irakischer Staatsmänner vergewissert sich schon aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen davon, dass Russland als Partner verlässlich ist.“

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    Tags:
    Partnerschaft, Kooperation, Investitionen, IS, Nuri al-Maliki, Wladimir Putin, Irak, USA, Russland