17:58 21 November 2019
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    Russische Langstreckenbomber Tu-22

    „Tote Katzen über Zaun werfen“: Experte zu Abfang-Manöver durch britische Luftwaffe

    © Foto : Russlands Verteidigungsminsiterium
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    Ein britischer Jäger hat russische Langstreckenbomber vom Typ Tu-22 bei einem Übungsflug über das neutrale Gewässer des Schwarzen Meeres begleitet. Das ist im Großen und Ganzen eine gängige Praxis, wie der Politologe Alexej Podbereskin gegenüber Radio Sputnik sagte. Es gebe aber einige Nuancen.

    „Das ist eine gängige Praxis. Ich würde aber auf zwei Besonderheiten verweisen. Erstens zeigen nach 2014 die USA und ihre Verbündeten demonstrativ ihre Aktivität, wobei sie versuchen, ihre Entschiedenheit zur Verteidigung der osteuropäischen Länder zu zeigen. Ihre Aktivität ist bald im Baltikum bald im Schwarzen Meer gewachsen. Drastisch: Das bedeutet um ein Dutzendfaches. Dies verweist auf den Zustand der politischen Beziehungen und die Bereitschaft, diese Beziehungen zuzuspitzen“, so der Politologe.

    „(…) Betrachten wir die Situation aus der Sicht Großbritanniens: Würden unsere Abfangjäger irgendwo nicht weit von Schottland versuchen, (sogar vorsichtig, ohne Sichtkontakt) britische Raketenträger abzufangen, wäre dies anscheinend nicht angenehmen. Es handelt sich darum, dass dies absichtlich getan wird, um auf die Präsenz der Nato-Länder hinzuweisen“, sagte er weiter.

    Laut Podbereskin hat dieses Vorgehen einen Demonstrationscharakter:

    „Das ist eigentlich nicht besonders höfflich. Unser Verteidigungsministerium lenkt nicht so viel Aufmerksamkeit auf solche Handlungen, weil es vorsichtig ist. Trotzdem gibt es solche und deren Häufigkeit und Dreistigkeit haben einen Demonstrationscharakter. Sie spitzen absichtlich die Situation zu, haben aber Angst davor, dass sie außer Kontrolle geraten und wir als Antwort darauf etwas Ernsthaftes unternehmen können.“

    „Das ist wie zwei Nachbarn: Der eine befindet sich in der Nähe und darf sich nur auf seinem Grundstück bewegen. Aber dann zeigt er ein Messer und beginnt es zu schleifen. Dürfen Sie ihm dies verbieten? Nein. Aber Sie ziehen daraus entsprechende Schlussfolgerungen: Ich kann mich auch hinsetzen und ein Messer schleifen. Und dann beginnt man tote Katzen über den Zaun zu werfen. Ich glaube, wir sind mit all diesen Stadien fertig. Und derzeit beginnen wir dazu beizutragen, dass über den Zaun bereits feuergefährliche Gegenstände fliegen“, so der Politologe abschließend.

    Zuvor hatte BBC unter Berufung auf die Royal Air Force berichtet, dass ein Jagdflieger Typhoon „wegen der Annäherung von russischen strategischen Bombern Tu-22, die Richtung Süden nahe des Nato-Luftraums flogen“, von einem Flugplatz in Rumänien gestartet sei.

    Dabei sollen sich die Jets jedoch nicht in Sichtweite voneinander befunden haben. Typhoon soll in der Eigenschaft als Luftpolizei, so BBC weiter, den Flug der Tu-22 über dem Schwarzen Meer solange verfolgt haben, bis die russischen Jets den Nato-Raum verließen.

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