18:32 14 Dezember 2018
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    „Knallharte Wirtschaftsinteressen der USA“: Deutsche Presse besorgt über Sanktionen

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    Die deutsche Presse reagiert besorgt auf die Pläne der USA, die Russland-Sanktionen zu verstärken, weil dadurch wichtige Wirtschaftsprojekte Deutschlands und der EU mit Russland in Gefahr gebracht werden.

    FAZ: Nicht gut für die Freundschaft zwischen Amerika und Europa

    Hinter den neuen Russland-Sanktionen stecken knallharte Wirtschaftsinteressen der USA, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Die Pipeline Nord Stream 2 sei ein klares Ziel des Gesetzentwurfes: Washington hätte früher dieses Projekt mehrmals kritisiert, denn es verschärfe die Abhängigkeit der EU von Russland. Außerdem wollen die USA Exporteur von Energierohstoffen einschließlich Flüssiggas zu werden.

    Laut FAZ ist es ein Irrtum, dass Nord Stream 2 die europäische Energiesicherheit gefährdet: Die EU arbeitet jetzt sehr aktiv an der Diversifizierung der Energieversorgung Europas, und die amerikanischen Unternehmen bekommen eine Chance im europäischen Markt.

    „Genau in Europa muss die Debatte auch geführt werden. Die Vereinigten Staaten haben keine Zuständigkeit, wenn es um die Entwicklung der europäischen Energiesicherheit geht. Sie sollen sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern“, so FAZ.

    „Süddeutsche Zeitung“: Die Skepsis ist groß

    In der EU herrscht eine große Skepsis über die neuen US-Sanktionen, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. Sie werden nicht nur dafür kritisiert, dass sie europäische Wirtschaftsinteressen betreffen können, sondern auch dafür, dass die USA diesmal die Sanktionen allein verhängen wollen – ohne Konsultationen mit der EU. „So kann der US-Präsident zwar weiterhin Sanktionen über russische Export-Pipelines verhängen, er soll dies aber in Koordination mit Verbündeten der Vereinigten Staaten tun“, zitiert die Zeitung den Sprecher des Auswärtigen Amtes.

    „Handelsblatt“: Gefahr für Energieversorgung

    Die Energieversorgung Europas könnte durch die geplanten US-Sanktionen beeinträchtigt werden, warnt das „Handelsblatt“. „Die Ablehnung des Nord Stream II-Projekts steht wörtlich im Gesetzestext, aber tatsächlich könnte jede europäisch-russische Kooperation in der Energieversorgung (…) sanktioniert werden, bis hin zu Reparaturarbeiten an Pipelines, von denen die EU-Energie-Versorgung abhängt“, zitiert das „Handelsblatt“ den Russlandbeauftragten der Bundesregierung, Gernot Erler.

    „Die Welt“: Ein klarer Verlierer

    In Europa herrscht der Verdacht, dass die USA einen wirtschaftlichen Nutzen aus diesen Sanktionen ziehen wollen, denn die Konkurrenz im Energiebereich ist sehr groß, betont „Die Welt“. Auch in den USA weist man darauf hin, dass die Pläne erstens den Eindruck erwecken, als wollten die Abgeordneten Trump bei seiner Russland-Politik die Hände binden. In Wirklichkeit wollen sie die Interessen ihrer eigenen Öl- und Gasindustrie fördern – auf Kosten europäischer Firmen.

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    Wirtschaft, Energiesicherheit, Energieversorgung, Reaktion, Presse, Sanktionen, USA, Russland, Deutschland