06:18 22 November 2017
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    Atomraketen (Archivbild)

    Russische S-400 machen US-Atombedrohung für China unwirksam

    CC0 / US Military
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    Der Kommandeur der US-Pazifikflotte, Scott Swift, würde nach eigener Auskunft auf Befehl von US-Präsident Donald Trump einen Atomangriff gegen China führen. Der russische Militärexperte Alexej Leonkow hat die Meinung geäußert, dass Peking sofort darauf antworten würde.

    „Das Atompotential der USA bilden heute die ballistischen boden- und bordgestützten Raketen Minuteman und Trident – letztere in der Modifikation D5 wurden vor kurzem zur Erhöhung der Präzision modifiziert. Zudem können auch Tomahawk-Marschflugkörper, mit denen die Raketenabwehrsysteme auf US- und Nato-Stützpunkten in verschiedenen Ländern der Welt ausgestattet werden, einen Atomsprengkopf tragen“, zitiert das Portal rueconomics.ru den russischen Experten.

    Seit 2008 reformiert China erfolgreich sein Militärpotential und gilt heute berechtigterweise als militärisch hochtechnologisches Land. Die Chinesen verfügen über eine eigene Flotte, Fliegerkräfte, Flugabwehr und ballistische Raketen. „Heutzutage haben sie alles, um auf nukleare Bedrohungen seitens der USA antworten können – die Antwort wird blitzschnell erfolgen“, so der Experte.

    China setze seine Verteidigungspolitik sehr klug um, so Leonkow. „Es ist klar, dass die ersten Angriffe gegen gegnerische Raketenkomplexe versetzt werden. Im Unterschied zu Moskau hat Peking keine Verträge wie START-Vertrag bzw. INF-Vertrag unterzeichnet, die Waffen an konkrete Positionen binden, und baut schrittweise sein Schutzsystem auf“.

    „Einige Objekte wurden näher an die russischen Grenzen verlegt, damit unsere Systeme sie mit ihrem Schutzschild decken. China kann seine mobilen Komplexe so stationieren, um sie vor einem Angriff in Sicherheit zu bringen und auf eine Aggression der USA bzw. anderer Länder zu antworten“, so der Militärexperte.

    Der Sprecher der US-Pazifikflotte, Charlie Brown, sagte später, Swift habe mit seiner Äußerung die Hoheit des Prinzips der zivilen Kontrolle über das Militär bekräftigt. Er hob hervor, dass die Worte des Admirals keine konkrete Situation, sondern das Prinzip im Ganzen betroffen haben, also die Bereitschaft der Militärs, den Befehl des Oberbefehlshabers zu erfüllen. „ Die Annahme (eines Atomschlags gegen China – Anm.) war bei der Frage unsinnig“, so Brown.

    Wie der russische Experte zudem anmerkte, senken chinesische Flug- und Raketenabwehrmittel das Risiko eines erfolgreichen Schlages um bis zu 20 Prozent, obwohl die Einschätzungen aus mehreren Gründen nicht präzise sind. Erstens gebe Peking keine Informationen über die Qualität seiner Schutzsysteme weiter. Zudem sei nicht bekannt, wie viele Raketen mit Atomsprengkopf die Amerikaner auf China abfeuern würden, so der Experte.

    Falls China den Deal zum Erwerb russischer S-400-Raketen zu Ende führe und mit diesen Systemen seine Verteidigungslinie festige, werde die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Atomschlags der USA fast bei Null liegen.

    „Im US-Senat sitzen merkwürdige Gestalten, die der halben Welt mit einer Strafe durch Atomwaffen wegen Ungehorsam drohen. Dabei können sie die Folgen nicht kalkulieren. Sie verstehen nicht, dass eine abgefeuerte Rakete ausreicht, um einen umfangreichen Atomkrieg zu provozieren, in dem es im Prinzip keine Gewinner geben kann“, so Leonkow.

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    Tags:
    Atomwaffen, S-400, US-Navy, Alexej Leonkow, USA, Russland, China
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