06:48 21 Januar 2020
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    Der Vizechef des Ausschusses des russischen Oberhauses für internationale Angelegenheiten, Andrej Klimow, hat die Aussichten der ukrainischen Abgeordneten Nadeschda Sawtschenko bewertet, zur Staatspräsidentin der Ukraine gewählt zu werden.

    In einem Interview mit der Online-Zeitung „Glawkom" bestätigte Sawtschenko ihren Wunsch, für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. „Ich werde (an der Präsidentschaftswahl — Anm. d. Red.) teilnehmen, und wie es weitergeht, wird sich zeigen", sagte sie.

    Um ihre Kandidatur anzumelden, brauche sie jedoch 2,5 Millionen Griwna (umgerechnet etwa 82.000 Euro). „Eine Stiftung wird eröffnet, und ich sage aufrichtig: Ich sammle Geld für meine Präsidentschaft", erläuterte Sawtschenko.

    Sawtschenkos Initiative, für den Posten der Staatschefin zu kandidieren, sei entweder auf ihren Versuch der Selbstverwirklichung zurückzuführen oder darauf, dass jemand versuche, „irgendeine politische Kombination mit ihren Händen umzusetzen", sagte der Vizechef des Ausschusses des russischen Oberhauses für internationale Angelegenheiten, Andrej Klimow, gegenüber dem TV-Sender RT am Donnerstag.

    Dabei wertete er die die Chancen von Sawtschenko, gewählt zu werden, als „nahezu Null".

    Sawtschenkos Karriere habe auf dem Grundsatz beruht, Russland sei ein Feind der Ukraine, erläuterte Klimow. Weder Leute, die der Bruderschaft des ukrainischen und des russischen Volkes treu bleiben würden, noch die Anhänger der extrem nationalistischen Positionen würden sie bei der Präsidentschaftswahl unterstützten, denn Letztere sähen sie als Verräterin, die sich für einen direkten Dialog zwischen dem Donbass und Kiew einsetze.

    Zudem habe sich die ehemalige Kampfpilotin während ihrer Amtszeit als Abgeordnete von der politischen Elite des Landes ziemlich unbeliebt gemacht, hob Klimow hervor. Deshalb sei es wahrscheinlich, dass sie noch vor dem Beginn der Wahlkampagne auf die eine oder andere Weise beseitigt werden könne.

    Es sei offensichtlich gewesen, dass Sawtschenko zum „Kopfschmerz" für das heutige Regime in Kiew werden würde, so Klimow. Die Kiewer Machthaber hätten gehofft, Sawtschenko würde auch weiter in einer russischen Strafanstalt bleiben. Nachdem Russland sie begnadigt habe, sei die ukrainische Staatsmacht jedoch gezwungen, mit Sawtschenko zu arbeiten.

    „Ich schließe nicht einmal die härtesten Szenarien in Bezug auf diese Frau aus, denn es gibt genug Draufgänger auch in der Ukraine", warnte Klimow. Das Kiewer Regime werde Sawtschenko entweder verleumden oder „mit durchaus juristischen Mitteln wegdrängen". „Ihre heutige politische Klasse will auf jeden Fall keine,Geschenke' dieser Art", resümierte er.

    Die ukrainische Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko hatte 2014 als Mitglied des rechtsextremen Bataillons Aidar gegen die Volksmilizen im Donbass gekämpft. Sie wurde in Russland verhaftet und von einem russischen Gericht der Beihilfe zur Ermordung von zwei russischen Journalisten schuldig gesprochen. Am 25. Mai 2016 wurde die zu 22 Jahren Haft verurteilte Ukrainerin von Russlands Präsident Waldimir Putin begnadigt; sie kehrte noch am selben Tag nach Kiew zurück.

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    Tags:
    Präsidentschaftswahl, Präsidentschaftskandidat, Andrej Klimow, Nadeschda Sawtschenko, Russland, Ukraine