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16:38 19 September 2019
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    Chinesischer Zerstörer Hefei im Ostsee

    Wie Russland und China US-Seeherrschaft herausfordern – „National Interest“

    © Sputnik / Igor Sarembo
    Politik
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    Russland und China haben die aktive Phase ihres ersten gemeinsamen Marinemanövers in der Ostsee begonnen. Laut der US-Zeitschrift „The National Interest“ schicken Moskau und Peking dem Westen auf diese Weise ein geopolitisches Zeichen, dass die Epoche der amerikanischen Seeherrschaft zu Ende geht.

    Ein Zeichen der Partnerschaft

    Das Marinemanöver „Maritimes Zusammenwirken 2017“ ist ein Zeichen der sich stärkenden strategischen Partnerschaft zwischen Moskau und Peking, schreibt Dave Majumdar in seinem Beitrag für „The National Interest“. Für die chinesische Marine ist dieses Manöver eine Möglichkeit, das globale Ausmaß ihrer Operationen zu zeigen und den strategischen Partner zu unterstützen. Moskau kann seinerseits damit zeigen, dass es trotz der angespannten Beziehungen mit dem Westen Freunde hat, heißt es im Artikel.

    Welche Schiffe nehmen am Manöver teil?

    China hat für das Manöver drei Schiffe geschickt – den Zerstörer „Hefei“ vom Typ 052D, die Fregatte „Yuncheng“ vom Typ 054A und das Unterstützungsschiff „Luoma Lake“. Seitens Russlands nehmen am Manöver die modernen Korvetten „Stereguschtschi“ und „Bojki“ (Projekt 20380) teil. Außerdem beteiligen sich am Manöver russische U-Boot-Jagdhubschrauber Kamow Ka-27 und Frontbomber Suchoi Su-24.

    „Den Worten der Sprecher der Seiten nach zu schließen ist dieses Manöver in seinem Ausmaß und seiner Komplexität sowie bei seinem Realismus und der Vielzahl der Operationen bemerkenswert“, sagte der Konteradmiral a.D. und wissenschaftliche Mitarbeiter am Center for Naval Analyses, Mike McDevitt.

    Ist ein Militärbündnis möglich?

    Obwohl das Manöver die Annäherung zwischen Moskau und Peking zeigt, ist es noch zu früh, über ein offizielles Militärbündnis zu sprechen, glauben die Experten. Der russische Militärexperte Wassili Kaschin ist der Ansicht, Russland und China werden in der nächsten Zeit kaum einen Vertrag unterzeichnen, der die Seiten verpflichten wird, einander militärisch zu unterstützen. Gleichzeitig arbeiten die beiden Länder im militärischen Bereich sehr eng zusammen.

    „Das tatsächliche Niveau der militärischen Zusammenarbeit und politischen Koordinierung entspricht dem Niveau eines Bündnisses“, so Kaschin.

    Mike McDevitt betonte auch, trotz der Annäherung zwischen Moskau und Peking sei es jetzt kaum wahrscheinlich, dass sie ein Bündnis schließen würden.

    „Sie nähern sich an, aber keiner der mir bekannten Experten glaubt, dass es zu einem offiziellen Bündnis kommt. Keine der Seiten ist bereit, über die Grenzen der strategischen Partnerschaft hinauszugehen“, zitiert „The National Interest“ McDevitt.

    Ein Zeichen für den Westen

    Vom Standpunkt Russlands aus aktivieren Moskau und Peking ihre Zusammenarbeit wegen der von den USA und westlichen Ländern veranstalteten Regimeablösungen in verschiedenen Teilen der Welt sowie wegen des Eindringens der USA in die russische Interessensphäre im postsowjetischen Raum, heißt es im Artikel. China hat auch Gründe, mit der US-geführten liberalen Weltordnung unzufrieden zu sein.

    Der Autor des Artikels ist der Ansicht, dass Moskau und Peking mit diesem Manöver dem Westen ein geopolitisches Zeichen senden. Beide Großmächte wollen die Militäroperationen der USA und ihrer Verbündeten vor der russischen und der chinesischen Küste maximal erschweren.

    James Holmes, Professor für strategische Studien am U.S. Naval War College, betont, vor 70 Jahren glaubten einige Politologen, dass eine beherrschende Seemacht in Wirklichkeit nur dann beherrschend ist, wenn sie die Randmeere rund um Eurasien kontrolliert. Vor einiger Zeit dominierte in diesen Gewässern die britische Marine, dann ersetzten sie die Amerikaner. Aber die Situation ändert sich.

    „Die Partnerschaft zwischen Russland und China zeigt tatsächlich der Welt, dass diese Länder den Zugang zu den Randmeeren abschneiden oder zumindest den Preis dafür erhöhen können, damit die westlichen Spitzenpolitiker diesen Preis nicht zahlen wollen“, so Holmes.

    Für die USA bedeutet dies, dass sich Russland und China annähern, um Washingtons globale Vorherrschaft herauszufordern, resümiert „The National Interest“.

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    Tags:
    Seeherrschaft, Geopolitik, Manöver, Zusammenarbeit, Maritimes Zusammenwirken 2017, Ostsee, USA, Russland, China