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06:44 24 Oktober 2019
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    Tomomi Inada

    Skandal um UN-Soldaten: Japans Verteidigungschefin tritt zurück

    © REUTERS / Kim Kyung-Hoon
    Politik
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    Die japanische Verteidigungsministerin Tomomi Inada hat nach dem Vertuschungsskandal um Dokumente japanischer UN-Soldaten im Südsudan ihren Posten geräumt.

    Wegen Inadas Vorgehen sank die Beliebtheit der Regierung des Premierministers Shinzo Abe in der japanischen Bevölkerung ungefähr um 30 Prozent, wie die Zeitung „The South China Morning Post“ schreibt. Im vorigen Jahr bereits hatte die Opposition demnach vom Verteidigungsministerium verlangt, Tagebuchbeiträge der UN-Soldaten zu veröffentlichen, die sie während Zusammenstöße im Südsudan gemacht hatten und die von einer Verschlechterung der Sicherheitslage in der Region und einer direkten Gefahr für das Leben der japanischen Soldaten zeugten.

    Das Ministerium aber behauptete, dass alle Dokumente vernichtet worden seien — obwohl sie in elektronischen Form erhalten geblieben seien, so das Blatt. Die Behörde habe also versucht, diese Tatsache zu vertuschen.

    Als Inada ihren Rücktritt ankündigte, entschuldigte sich der Premierminister „von ganzem Herzen“. Inadas Amt werde nun Außenminister Fumio Kishida zusätzlich bekleiden. Dass ein Mensch zwei Posten innehaben würde, erklärte Abe als „notwendig“ für die Gewährung der Sicherheit Japans.

    Inada hatte laut dem Nachrichteportal Time viele Skandale verursacht. Abes Popularität sei auch darum stark gesunken: von 60 Prozent nach den Parlamentswahlen auf weniger als 50 Prozent. Dabei seien 73 Prozent Japaner damit unzufrieden, dass Abe sich geweigert habe, die Verteidigungsministerin abzusetzen.

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    Tags:
    Rücktritt, UN, Tomomi Inada, Shinzo Abe, Südsudan, Japan