23:50 02 Juni 2020
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    Die Ukraine hat beschlossen, eine Ware von zweifelhafter Qualität im Ausland anzubieten – überfällige Kredite, allerdings mit Pfand. Für den Fall, dass jemand so freigebig ist und ein Business, Immobilien oder sogar Land erwirbt. Die Experten versichern jedoch, dass „gute“ Schulden nicht mehr zu haben sind.

    In der Ukraine hat man eine weitere Methode gefunden, alles zu verkaufen. Der Garantiefonds für Spareinlagen natürlicher Personen soll auf dem amerikanischen Markt überfällige Kredite realisieren. Alles, was mühevoll erarbeitet wurde, all dies … soll verkauft werden. Dieser Verkauf betrifft ein aus 52 überfälligen Krediten bestehendes Paket für insgesamt 170 Millionen Dollar. Es handelt sich um einen Schuldenbestand, zu dem keine Zahlungen getätigt werden. Allerdings sind all diese Schulden durch einen Pfand gesichert, was die ganze Sache interessant macht. Auf dieser Pfandgutliste stehen eine Einzelhandels-Lebensmittelkette, ein Betrieb zur Produktion von Ausrüstung, ein Unternehmen zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, kommerzielle Immobilien und Bodengrundstücken. Der Handel soll im Online-Regime erfolgen. Am Kauf der Aktiva der Zahlungsunfähigen können alle interessierten Investoren, unabhängig von ihrem Aufenthaltsort, teilnehmen.

    Eine ausgezeichnete Idee, wohl aber hinkt deren Umsetzung. Man kann sich schwer vorstellen, dass ein ernsthafter amerikanischer Investor sich darauf einlässt, problematische Aktiva zu erwerben, um sie sich dann über ukrainische Gerichte überschreiben zu lassen. Es gab bereits Fälle, wo der Käufer aus dem Ausland in die Ukraine gekommen ist, in sein erworbenes Werk gehen will, dort jedoch von bewaffneten Pseudopatrioten fortgejagt wird. Ein solcher Käufer hat ja außer Dokumenten nichts vorzuweisen. Nun aber stellt sich heraus, dass es gar nichts zu verkaufen gibt. Ukrainische Experten versichern: Alle Objekte, alle Pfandgüter, die angeboten werden, — das sind „faule“ oder „toxische“ Aktiva. Entweder gibt es da Probleme bei der Ausfertigung der entsprechenden Dokumente, oder aber diese Aktiva entsprechen nicht dem ausgewiesenen Wert.

    Gute, interessante Pfandgüter, die oft versteigert werden, sind in der Ukraine längst vergriffen. Alles wurde noch vor Ihnen, liebe Ausländer, gestohlen. Dann aber stellt sich eine weitere einmalige, aber unter den ukrainischen Realitäten kaum erstaunliche Sache heraus: Die amerikanischen Börsen sind nicht wirklich Börsen. Genauer gesagt sind es eher Anschlagtafeln. Auf einem Zaun kann man ja auch vieles anbieten, aber eben ohne jegliche Garantie. Das heißt, auf diesen elektronischen Auktionsplattformen kann man ein Werk oder auch ein Kätzchen verkaufen. Man zahlt für die Platzierung der Anzeige und wartet auf Angebote. Das aber ist keine Auktion mehr, sondern eher eine Lotterie. Man verkauft dort wer weiß was und weiß selbst nicht wo.

    Autor: Tatjana Golowanowa, Radio Sputnik

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    Tags:
    Kredite, Schulden, Ukraine, USA