21:30 24 Juni 2019
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    Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow (Archvbild)

    EU-Sanktionen gegen Russland verfehlen ihr Ziel – bulgarischer Premier

    © Sputnik / Aleksei Nikolski
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    Die europäischen Sanktionen gegen Russland haben die ihnen auferlegte Rolle nicht erfüllt, es müssen normale, pragmatische Beziehungen mit Moskau gestaltet werden. Dies sagte der bulgarische Premier Boiko Borissow.

    „Wir hatten in den vergangenen Jahren sehr komplizierte Beziehungen zu Russland unterhalten, aber der Pragmatismus macht es erforderlich, dass wir normale Beziehungen zu diesem Land aufbauen“, zitiert die bulgarische Agentur Fokus den Premier.

    In den Beziehungen zu Russland drehe sich alles „um Erdöl und Erdgas“, so Borissow. „In diesen Bereichen sind weltweit riesige Veränderungen eingetreten. Seit mehreren Jahren stimmen wir im Europäischen Rat einmütig den Sanktionen gegen Russland zu. Dabei haben sie meiner Meinung nach ihre Rolle nicht erfüllt“, so der bulgarische Premier.

    Die EU hatte „das Projekt für die Gaspipeline South Stream“, die durch Bulgarien verlaufen sollte, abgelehnt, und sie sei in die Gaspipeline Turkish Stream umgewandelt worden, die nun über Griechenland und Italien führen werde, so Borissow. „Wir haben uns damals verraten gefühlt, aber geschwiegen. Wir begannen mit dem Bau eines Gasverteilungszentrums in Bulgarien.

    Die EU-Kommission hat uns in der Vorwoche erlaubt, Verhandlungen über den Direktimport von russischem Gas zu führen, und wir handeln deshalb pragmatisch, denn widrigenfalls würde Bulgarien Riesenverluste einstecken müssen“, so Borissow.

    Er sei immer der Meinung gewesen, dass die Beziehungen zwischen Europa und Russland pragmatisch sein sollten, so Borissow weiter. „Bedauerlicherweise sind diese Beziehungen durch unser Verschulden nicht so, und ihre Ergebnisse sind für Europa meist beklagenswert. (…) Wie ich glaube, betreibt Bulgarien eine pragmatische Politik. Ich möchte zufügen, dass Bulgarien niemals Probleme für die EU und die Nato geschaffen hat“, sagte der bulgarische Premier.

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen haben sich wegen der dramatisch angespannten Situation in der Ukraine verschlechtert. Westliche Länder verhängten mehrere Sanktionen gegen Russland, und Moskau ergriff Antwortmaßnahmen.

    Moskau hat die Vorwürfe westlicher Länder wegen Einmischung in die Angelegenheiten der Ukraine wiederholt zurückgewiesen und klargestellt, dass Russland keine Seite des Ukraine-Konflikts im Donbass und kein Subjekt der Minsker Abkommen sei.

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    Beziehungen, Sanktionen, EU, Boiko Borissow, Bulgarien, Russland