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    Bau der Umleitungsstrecke im Süden Russlands (Archivbild)

    Neue Bahnstrecke: Moskau schlägt Kiews letzten Trumpf

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    Güterzüge aus Zentralrussland rollen in den Süden des Landes schon seit Sowjetzeiten teils über ukrainisches Gebiet. Damit ist bald Schluss, bauen doch die russischen Bahntruppen gerade eine Umleitungsstrecke. Der Volkswirt Dmitri Adamidow spricht mit dem Portal „rueconomics“ über den wirtschaftlichen und politischen Wert dieses Projekts.

    „Moskaus Entscheidung, eine Bahnstrecke an der Ukraine vorbei zu bauen, erweist sich als richtig – zumal bei dem Hass und der Hysterie gegen Russland, die von Kiew absichtlich geschürt werden“, sagt der Volkswirt. Moskau müsse aus gutem Grund um die Sicherheit seiner Bahntransporte über ukrainisches Gebiet fürchten.

    Indes sei die neue Bahnstrecke zwischen dem Gebiet Woronesch und Rostow am Don fast fertig, erklärte Russlands Vize-Verteidigungsminister, Armeegeneral Dmitri Bulgakow.

    Bau von Bahnstrecke Surawka-Millerowo zur Umgehung der Ukraine
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    Bau von Bahnstrecke Surawka-Millerowo zur Umgehung der Ukraine

    Damit sei Russland einen Schritt unabhängiger von der ukrainischen Verkehrsinfrastruktur. „Dies war eine erzwungene Maßnahme, doch ist es gut, dass wir alles zeitnah erledigt haben. Der Bau der Umleitungsstrecke knüpft ja auch an den Bau der Krim-Brücke an“, sagt der Experte Adamidow.

    Russlands Unabhängigkeit im Verkehrswesen bleibe auch dann erhalten, wenn normale Beziehungen zur Ukraine wieder möglich werden sollten, betont der Analyst. „Die neuen Transportkapazitäten sind für Russland in jedem Fall von Vorteil. Sie ermöglichen uns, die Qualität und das Tempo des Güterbahnverkehrs in den Süden des Landes zu erhöhen.“

    Aber dass sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und der Ukraine normalisieren, sei ohnehin zu erwarten – selbst bei den heutigen Machthabern in Kiew. Denn: „Die ganze Wirtschaftskraft der Ukraine ist im Südosten des Landes konzentriert und von der Kooperation mit Russland stark abhängig.“

    Gleichwohl müsse man im Auge behalten: „Die ukrainische Wirtschaft verfällt zusehends“, dies werde am Zustand der Industrieanlagen im Südosten des Landes immer deutlicher. Die Energieknappheit sei das Hauptproblem für alle wichtigen Sektoren der ukrainischen Volkswirtschaft.

    „Und die gekappten Verbindungen nach Russland kommen für sie einem Todesurteil gleich, denn unser Land war schon immer der größte und wichtigste Absatzmarkt für ukrainische Güter“, sagt der Volkswirt.

    Sein Fazit: „Die Ukraine wird so oder so nach Möglichkeiten suchen müssen, die Verbindungen nach Russland wiederaufzubauen, auch wenn die Kiewer Führung dem mit ihrer destruktiven Haltung heute im Wege steht.“

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    Folgen, Infrastruktur, Beziehungen, Dmitri Bulgakow, Russland, Ukraine