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02:46 20 Juli 2019
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    Donald Trump und Xi Jinping

    USA lassen sich bei ihrer China-Politik von Trumps „kindlichen Kränkungen“ leiten

    © AFP 2019 / NICOLAS ASFOURI
    Politik
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    Die Berater des US-Präsidenten Donald Trump basteln an Sanktionen gegen China, doch die US-Administration hat immer noch keine ausgewogene Politik gegenüber Peking. Diese Meinung äußerte der Chef-Orientalist an der in Moskau ansässigen Higher School of Economics, Alexej Maslow, in einem Interview mit Sputnik.

    „Ich bin sicher, dass ein Komplex von Anti-China-Maßnahmen in den USA schon erarbeitet wurde. Die Frage ist nur, inwieweit Washington dazu bereit ist, ihn zu implementieren“, sagte Maslow. In den USA habe es seit Trumps Amtsantritt keine stabile und durchdachte China-Politik gegeben. 

    „Diese Politik wendete sich hierhin und dorthin: von einer totalen Kritik an China und der Behauptung, Peking sei an allem Leid der USA schuld, bis zu einem freundschaftlichen Treffen Trumps mit Xi Jinping. Und dann bis zu irgendeiner kindlichen Kränkung Trumps daran, dass China seine ganze Macht nicht gegen Nordkorea einsetzen will“.  

    China sei heute grundsätzlich der einzige Staat, der Einflussmittel auf Nordkorea habe. Es könnte die Lieferungen von Erdölprodukten und Lebensmitteln einschränken oder den Transfer nordkoreanischer Geldmittel über seine Banken stoppen. Peking könne aber nicht so handeln, wie das Washington von ihm erwarte, so Maslow. Wenn China seine Lieferungen an Nordkorea einstelle, würde das das Leben in Nordkorea enorm verteuern, was unumgänglich die Situation noch weiter verschärfen und Gegenmaßnahmen provozieren würde. Es könne sogar zu lokalen Konflikten kommen, warnte der Experte. 

    „Das Einzige, was China derzeit tun kann ist, Nordkorea vernunftgemäß einzuschränken und die Verhandlungspositionen zu klären – was Nordkorea zu einer provisorischen Einfrierung seines Atomprogramms bewegen könnte“, so Maslow. „Und das wird mehr als genug sein. Doch diese Frage kann keiner innerhalb von hundert Tagen lösen“. 

    Es sei kaum zu glauben, dass die Politiker in Washington das nicht begreifen. „Sie nutzen absichtlich gerade diese Situation, um China unter Druck zu setzen und zu zeigen, dass China solche Situation nicht lösen kann, und den Status Chinas in der Region herabzusetzen“, so Maslow weiter. Aber auch Peking könne seinen Partnern in Asien zeigen, dass „die USA sich nicht von einer durchdachten Strategie, sondern von persönlichen Beleidigungen leiten lassen“. 

     

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    Druck, Sanktionen, Ärger, Beleidigung, Strategie, Politik, Xi Jinping, Donald Trump, Nordkorea, USA, Russland, China